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eingewöhnung
Meist könnte der erste Einschnitt im Leben des Welpen dramatischer wohl nicht sein und doch geht kein Weg daran vorbei. Denn ist der Tag der Abholung vom Züchter gekommen und sie nehmen den kleinen Brummer mit zu sich nachhause, wird er mit einem Schlag von allem getrennt, was ihm bisher vertraut war.

In allen Welpenschulen könne Sie nachlesen, dass ein Welpe einen angeborenen Welpenfolgetrieb besitzt, der bewirkt, dass der Welpe immer versuchen wird, in Ihrer unmittelbaren Umgebung zu bleiben. Denn in der Natur, kommt der Verlust des Rudels einem Todesurteil gleich.

Bedenken Sie aber, dass der Welpe in seinem neuen Umfeld zunächst alles in Sie hinein interpretiert, nur nicht sein "Rudel".

Sein Sie nicht enttäuscht, wenn Ihr Welpe nicht in jeder Situation freudig zu Ihnen gerast kommt, wenn sie ihn ansprechen und Sie Ihre Arme ausbreiten. Unglaublich viel neue Eindrücke prasseln jetzt auf ihn ein und er muss erst lernen, dass er Ihnen vertrauen kann.

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der welpe kommt nicht zu Ihnen

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Da sitzt er nun, der Welpe, in Ihrem Wohnzimmer und kennt Sie kaum, hat keine Ahnung was Sie meinen, wenn Sie ihn mit seinem Namen ansprechen oder ihn versuchen zu sich zu rufen, versteht Sie nicht, wenn Sie mit den Händen vor ihm herumfuchteln, kann weder Mama, noch Geschwister auffinden. Klingt nach einem, für den Welpen grauenhaften Szenario, ist es aber nicht, wenn er schnell versteht, dass er bei Ihnen sicher ist und dass er Ihnen vertrauen kann.

Im Folgenden soll es daher um die Entwicklung dieses Vertauens des Welpen zu seinem neuen Umfeld gehen. Ich beschreibe u.a. einige Situationen, in denen ich über das Verhalten meines Welpen ganz schön erstaunt war und dachte meine kleine Hündin habe jedem Vertrauen mir gegenüber abgeschworen. Zum Teil waren diese Situationen in keinem der Bücher, die ich las, beschrieben und erst, als ich mit anderen Hundehalter über "ihre" Welpenzeit sprach, stellte sich heraus, dass sie mitunter ähnliche Erfahrungen gemacht hatten.

Würde der Welpe keinerlei Furcht empfinden, wäre die Gewöhnung an sein neues Umfeld sicherlich leichter. Doch leider macht uns die Natur einen Strich durch unsere Rechnung. Denn dort macht das Empfinden von Furcht ab einem gewissen Alter für den Welpen durchaus Sinn, um nicht direkt in die Arme des nächsten Todfeindes zu laufen.

Ab der 5. - 6. Lebenswoche kann der Welpe überhaupt erst Furcht empfinden. Vorher wäre diese Fähigkeit auch nicht sinnvoll, da die motorischen Fähigkeiten den Aktionsradius des Welpen noch deutlich einschränken und er sich kaum von alleine in gefährliche Situationen begeben kann. Bis ca. zur 8. Lebenswoche überwiegt, in für den Welpen unbekannten Situationen, die Neugier bei seinen Aktionen. Diese Neugier ist wichtig, um auf Partner des Sozialverbandes zuzugehen und Kommunikation und Sozialverhalten zu erlernen. Danach wird er sich neuen Dingen zunehmend vorsichtiger nähern. Es handelt sich also um einen biologisch verankerten Schutzmechanismus, dass ein Welpe in neuen Situationen Furcht empfindet und ist deshalb ganz normal.

Nun gilt es den Kleinen nicht in seiner Furcht zu bestätigen und ihm Sicherheit zu signalisieren. Da sein Verhalten ab der 8. Lebenswoche immer weniger von furchtloser Neugier und immer mehr von Vorsicht geprägt ist, soll er gerade jetzt mit möglichst vielen Umwelteindrücken konfrontiert werden, denen er voraussichtlich auch als erwachsener Hund gegenüberstehen wird. Mit der 12. - 14. Lebenswoche endet bereits die Sozialisierungsphase und es wird deutlich schwerer, den jungen Hund an neue Eindrücke heranzuführen.

kontaktliegen
Kontaktliegen gehört von Geburt an zum Verhaltensrepertoire des Welpen. Früheste Funktionsfähigkeit des Geruchs- und des Tastsinnes ermöglichen dem blinden und tauben Welpen die wärmenden Körper der Mutter oder der Wurfgeschwister wahrzunehmen, bzw. deren Entzug zu registrieren. Der hochsoziale Hund wird gerade in seinem frühen Familienverband immer wieder diese Nähe aufsuchen.
Doch mit dem Einzug bei Ihnen zuhause, wird dem Welpen diese Möglichkeit des sozialen Miteinanders zwangsläufig genommen.

Kommt der Welpe zur Ruhe, legen Sie sich einmal zu ihm, aber bedrängen Sie den Kleinen nicht. Versuchen Sie sich einmal zunächst ohne Körperkontakt in seine unmittelbare Nähe zu legen. Oftmals verlassen die Kleinen ihren Schlafplatz und legen sich mit Körperkontakt zu Ihnen.

Tatsächlich können Sie, wenn der Welpe ihren Körperkontakt aufgesucht hat, diesen Kontakt bestätigen, indem Sie den Welpen vorsichtig an sich drücken oder Ihren eigenen Körper etwas gegen den des Hundes schieben, um leicht den Druck des Kontaktes zu erhöhen. Mitunter bestätigt der Welpe dies auch noch einmal, indem z.B. seinen Kopf hin und her bewegt, als wolle er ihn vergraben.

Diese entspannte Atmosphäre können sie nutzen, um den Welpen an allen möglichen Körperstellen zu berühren. Später wird er einmal von einem Tierarzt untersucht werden müssen oder sie müssen dem Kleinen Augentropfen verabreichen oder ihm eine Zecke entfernen. Da ist es hilfreich, wenn der Welpe Berührungen aller Art jetzt schon kennen lernt.
Auch das Streicheln des Fangs kennt der Welpe aus dem Funktionskreis der Schnauzenzärtlichkeiten, die Hunde untereinander austauschen. Lesen Sie hierzu auch hier.

Doch beobachten Sie den Welpen genau. Versucht sein Kopf auszuweichen, sind seine Augen weit aufgerissen oder steht er gar auf, wird ihm Ihre Nähe vielleicht zu viel und Sie sollten ihn gewähren lassen. Loben Sie ihn ruhig, wenn er entspannt bei Ihnen bleibt und auch Leckerchen sind erlaubt, wenn er sich Ihre Berührungen gefallen lässt.

Nehmen Sie sich 30 Minuten, die Sie auch über den Tag verteilen können, pro Tag Zeit für das Kontaktliegen.
Oftmals werden Sie hören. dass Sie grundsätzlich Initiator von Streicheleinheiten sein sollten, nicht der Welpe. Der Hund solle überwiegend mit dem Einfordern von Streicheleinheiten erfolglos bleiben. Im anderen Fall würden Sie sich einen Hund heranziehen, der eventuell immer wieder um Körperkontakt betteln wird. Ich denke, dass dies für den Welpen nicht zutrifft. Sein Sie froh und freuen sich darüber und zeigen dies dem ganz jungen Hund auch, wenn er Kontakt zu ihnen herstellen möchte. Nach der für den Aufbau von Bindung so wichtigen Welpenzeit, können Sie immer noch darauf achten, dass der Hund nicht beginnt um Streicheleinheiten und damit um Aufmerksamkeit zu betteln.

der welpe kommt nicht zu Ihnen
So freundlich Sie sich auch Ihrem Welpen gegenüber verhalten und so wohlgesonnen Sie ihm auch sein mögen, denken Sie bitte daran, dass er Sie erst kennen lernen muss und dass sich sein Vertrauen zu Ihnen erst entwickeln muss. Bei dem einen Welpen dauert dies etwas länger, bei dem anderen Welpen geht es schneller.
Kommt Ihr Welpe nach Ansprache nicht zu Ihnen, sein Sie deshalb nicht enttäuscht.

Verschiedenste Ablenkungen können Grund hierfür sein. Soll der Hund zu Ihnen kommen, so müssen Sie ihm in Aussicht stellen, dass es bei Ihnen interessanter ist, als irgendwo sonst. Gegen einen spannend riechenden Grashalm oder gegen ein sich lustig bewegendes Blatt im Wind, ist ihr freundliches Lächeln, mit Verlaub gesagt, stinklangweilig in den Augen des oftmals vor Neugier fast zerberstenden Welpen. Da müssen Sie schon größere Geschütze auffahren.

Sie können sich eigentlich nicht interessant genug machen, um zunächst einmal lediglich die Aufmerksamkeit des Kleinen zu erhalten. Klatschen Sie in die Hände und quieken Sie in den höchsten Tönen, die Sie zu produzieren imstande sind. Laufen Sie dem Brummer dabei ein Stück fort oder schmeißen Sie mit Laub um sich oder treten Sie ausgelassen in eine Pfütze. Wenn Sie denken, wenn Sie die Nachbarn jetzt beobachten würden, würden diese wahrscheinlich empfehlen, Sie auf kürzestem Weg einzuweisen, sind Sie auf dem richtigen Weg.

Kommt der kleine Racker dann, sollte es eigentlich überhaupt erst losgehen. Lassen Sie ein tolles Spiel folgen, kugeln Sie sich mit ihm auf der Wiese herum und geben ihm ein tolles Leckerchen. Loben Sie ihn ausgiebig und zeigen Sie ihm wie froh Sie sind, dass er zu Ihnen gekommen ist.

Sie legen hier bereits die ersten Grundsteine dafür, dass Ihnen der Hund auch später gerne seine Aufmerksamkeit schenkt. Bedenken Sie, dass Sie Ihren Hund später z.B. aus einer Hundegruppe abrufen wollen. Da müssen Sie Ihrem Hund schon etwas bieten, damit er auch nur den Hauch einer Motivation entwickelt, seine lustigen Kumpanen zurückzulassen, um zu Ihnen zu kommen.

Sie sitzen mit guten Freunden auf der Strandpromenade in gemütlichem Ambiente, sind zu Garnelen und edlen Weinen eingeladen. Aus einem dunklen Hinterhof winkt Sie Fritten-Peter heran, der verzweifelt versucht, die Spiegeleier vor dem Ertrinken im Bratfett zu retten. Wie würden Sie sich entscheiden? Würden Sie Peters Aufforderung folgen?

Geben Sie dem Welpen Zeit. Suchen Sie sich in jedem Fall eine sichere, ruhige Umgebung, damit Sie nicht, wie wahnsinnig geworden, auf den Kleinen losstürmen müssen, da dieser gerade Gefahr läuft, unter das nächste Auto zu rennen. Machen Sie sich klein, hocken Sie sich hin und bleiben Sie ohne Ausnahme freundlich. Ihr Welpe wird kommen.

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