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gefahren bei der signalvergabe
Ein Wortkommando zu vergeben ist oftmals eine heikle Angelegenheit, gerade wenn es darum geht, ein für den Hund neues Kommando einzuführen.

Zum Zeitpunkt, da sie das neue Kommando aussprechen, sollte der Hund exakt das Verhalten zeigen, welches er ausführen soll, wenn sie in Zukunft das Kommando erteilen.

Bei einigen Verhaltensweisen des Hundes, können Sie das Kommando vergeben, ohne dass der Hund das Verhalten näher kennen lernen muss. So stellen Sie zum Beispiel dem Welpen seinen Futternapf hin und sind sich sicher, dass er zum Napf und damit auch zu ihnen kommen wird. Auf dem Weg zu Ihnen können Sie das Kommando "Hier" vergeben, da der Hund das tut, was Sie in Zukunft mit dem Kommando bezwecken wollen. Der Hund soll zu ihnen kommen.

Bei anderen Verhaltensweisen sollte der Hund zunächst das Verhalten erlernen, bevor Sie ein Wortkommando für das Verhalten einführen. Angenommen Ihr Welpe versucht gerade Ihre Katze zu erwürgen und Sie wünschten sich, er würde das nicht tun. Leider kennt der Kleine das Kommando "Nein" noch nicht richtig, doch Sie vergeben es trotzdem. Da der Hund das Kommando aber noch nicht kennt, bricht er sein Verhalten nicht ab. Das ist, besonders für die Katze, schon schlimm genug. Viel schlimmer ist aber die Gefahr, dass der Hund Ihr "Nein" mit seinem aktuellen Verhalten, hier das Erwürgen der Katze, verknüpft und in Zukunft, bei Ihrem nächsten "Nein", erneut die Katze heimsucht. ;-)

Sie sollten das "Nein" also nur verwenden, wenn Sie sich sicher sind, dass der Hund auch tatsächlich sein Verhalten abbrechen wird. Sind Sie sich ständig unsicher, müssen Sie das Training für den Verhaltensabbruch intensivieren, bevor Sie das nächste Mal "Nein" sagen.

Kommen wir noch einmal zum "Hier". Es wirken immer die gleichen Zusammenhänge. Kennt Ihr Hund das Kommando nicht ausreichend und kommt er eben nicht, wenn Sie ihn mit "Hier" rufen, besteht die Gefahr, dass er das "In-Entfernung-Bleiben" mit Ihrem Kommando verknüpft. Immer seltener wird er auf "Hier" kommen und in Entfernung bleiben. Dabei ist er gehorsamer, als Sie vielleicht vermuten, denn er hat lediglich, aus Ihrer Sicht der Dinge, falsch verknüpft.

Haben Sie sehr oft ohne Erfolg Ihrem Hund ein Kommando gegeben, empfiehlt es sich oft, das Training des Kommandos, nicht nur neu aufzubauen, sondern auch das Kommando für immer aus Ihrer Kommandoliste zu streichen und ein neues Wort für die Kommandovergabe auszusuchen.

gefahren bei der signalvergabe

wortkommandos - handzeichen

generalisieren

wortkommandos - handzeichen
Vor dem Hintergrund der im letzten Abschnitt erklärten Zusammenhänge, macht es in meinen Augen Sinn, beim Einüben eines Verhaltens zunächst mit Handzeichen zu arbeiten. Zeigt der Hund auf Handzeichen ein Verhalten relativ sicher, können Sie das Wortkommando einführen. Beim Einführen eines weiteren, zweiten Signals für das gleiche Verhalten, wird immer zuerst das Signal gegeben, das der Hund noch nicht kennt. Da ich zunächst, wie erwähnt, mit Handzeichen arbeite, erhält der Hund also erst das ihm fremde Wortsignal und dann das ihm bekannte Handzeichen.

Zwischen Wortsignal und Handzeichen sollte etwa knapp eine Sekunde liegen. Der Hund ist ein Bewegungsseher. Würden Sie Wortsignal und Handzeichen gleichzeitig geben, würde das Handzeichen das Wortsignal überdecken und der Hund Ihr Wortsignal kaum wahrnehmen. Später sollte ihr Hund sowohl auf das Handzeichen, als auch auf das Kommando das entsprechende Verhalten ausführen. Bei den entsprechenden Kommandos, die hier besprochen werden, gehe ich im Einzelnen auf diese Problematik ein.
Hier finden Sie einen Text zum Thema Kommandos, in dem beschrieben ist, wie Sie testen können, ob Ihr Hund neben dem Handzeichen auch das Wortkommando richtig verknüpft hat.

generalisieren
Neben den überlegungen, die ich zum Thema "Wie der Hund lernt" schon ansprach, sollten Sie sich bei der Ausbildung Ihres Hundes auch damit auseinandersetzen, was der Hund in einer konkreten Ausbildungssituation eigentlich alles wahrnimmt.
Wünschenswert wäre es natürlich, der kleine Hasso würde sich primusgleich ausschließlich darauf konzentrieren, was Mutti ihm zu erklären versucht. Leider sieht die Realität aber anders aus, denn Hasso wird immer einen Gesamteindruck der Szenerie abspeichern. Dabei versucht er eben nicht nur zu ergründen, was das Gebrabbel seines Lehrers so bedeuten mag, sondern nimmt außerdem Wind, Licht, Gerüche, Geräusche, Temperatur und was weiß ich nicht noch alles auf. Gleichzeitig begutachtet er Sie persönlich sehr genau. Ihre Mimik und Gestik, Ihre Kleidung, Ihren Geruch und Ihren Gemütszustand.
Dies alles speichert der Hund als Gesamtbild dieser einen konkreten Situation, mit dem er sein aktuelles Verhalten verknüpft.

Bereits eine kleine Veränderung eines der oben genannten Parameter kann bewirken, dass der Hund ein zuvor relativ sicher ausgeführtes Kommando nunmehr nur noch zögerlich oder gar nicht mehr ausführt und Sie veranlasst, mehrere Lernschritte zurück gehen zu müssen, um den Hund erneut an die übung heranzuführen.
Der Wechsel der Umgebung, zum Beispiel vom Wohnzimmer in den Garten, oder das Vorhandensein neuer Geräusche usw., kann es dem Hund unmöglich machen, Ihr Kommando mit einem bereits erlernten Verhalten in Verbindung zu bringen, da für den Hund wichtige Informationen für die Ausführung des Kommandos in der neuen Umgebung fehlen.
Erst mit der Durchführung der übung in vielen unterschiedlichen Umgebungen und Situationen beginnt der Hund langsam zu verstehen, dass bestimmte Parameter seines "Bildes im Kopf" austauschbar sind, ohne dass er dabei die Verknüpfung des vergebenen Kommandos mit dem erwünschten Verhalten verliert. Er beginnt zu generalisieren.

Ein Trainieren eines neuen Verhaltens (Kommandos) sollte deshalb in einer dem Hund vertrauten, möglichst ablenkungsfreien Umgebung starten. Dadurch wird er tendenziell weniger in seiner Konzentration gestört und muss somit tendenziell weniger Parameter verarbeiten, um gewünschtes Verhalten zu erlernen. Behutsame Veränderung der Parameter und das Hinzufügen für den Hund neuer Eindrücke, verbunden mit entsprechender Trainingsausdauer, werden es dem Hund später immer häufiger ermöglichen, ein Kommando auch in völlig neuer Situation mit dem erwünschten Verhalten in Verbindung zu bringen und auszuführen.

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