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Die wohl am häufigsten gestellte Frage bezüglich des Clickertrainings, ist wohl die Frage danach, ob sich der Click nicht auch durch die Stimme, sprich durch ein Wort, ersetzen lässt.
Der Fragende erhält meist die gleichen Antworten:
  1. Das Geräusch des Clickers grenzt sich stark von den Umweltgeräuschen ab und hat damit hohen Wiedererkennungswert für den Hund.

  2. Das Geräusch ist emotionslos. Kleinste Variationen in der Stimme des Handlers müssen somit nicht erst vom Hund interpretiert werden und verunsichern den Hund damit nicht.

  3. Vor dem Hintergrund, dass das Timing in jeder Ausbildungsmethode von größter Wichtigkeit ist, spricht man dem Clicker, durch das kurze, zeitlich präzise zu setzende Geräusch besondere Exaktheit zu.

  4. Bei übungen auf Entfernung ist es möglich, dass eine zweite Person den Hund durch den Click bestärkt.

  5. usw.

Sicherlich finden all diese Argumente ihre Begründung und waren auch von mir nach eingehender Beschäftigung mit der Thematik nachvollziehbar.

Das bedeutendste Argument pro Clicker aber, hat mit dem Grundsatz dieser Methode, bezüglich des Verhaltens des Hundes in der Ausbildungssituation, zu tun und bleibt oftmals in Erklärungen nur stiefmütterlich behandelt:

Bei vielen konventionellen, den Hund motivierenden Ausbildungsmethoden wird der Hund gelockt. Mit einem Stückchen Käse vor der Nase soll er korrekt an der Leine oder über eine Leiter gehen oder wird sich setzen, wenn mensch das Leckerchen über den Hundekopf nach hinten führt, usw..

Beim Clickern dagegen, erarbeitet sich der Hund das gewünschte Verhalten selbst, da er im Laufe des Trainings von sich aus Verhaltensweisen anbietet, die der Click "einfängt". Dabei ist es nicht nötig, dem Hund Hilfestellungen, z.B. das Berühren des Hundes, um seine Position zu korrigieren, zu geben. Hilfestellungen, die den Hund oftmals in seiner Konzentration stören.

Locken birgt auch die Gefahr in sich, dass der Hund sich vornehmlich auf das Objekt der Begierde konzentriert und die für sein Lernen und für sein Generalisieren wichtigen Umgebungsparameter, also Ablenkungen im weitesten Sinn, nur unzureichend wahrnimmt. Bleibt das "Lockmittel" aus, fehlt auch die Hauptmotivation des Hundes, das Verhalten erneut zu zeigen. Im Gegensatz hierzu steht das Clickertraining, in dem der Hund ein Verhalten in Erwartung eines Leckerchen anbietet, sich also der tatsächlichen Vergabe eines Leckerchens nicht sicher sein kann. Deshalb wird er tendenziell häufiger Verhalten von sich aus anbieten und nicht erst, wenn das Würstchen bereits vor seiner Nase baumelt.

Ohne intensive Auseinandersetzung mit der Theorie ist Clickertraining sicherlich von wenig Erfolg gekrönt, und zählt in meinen Augen nicht zu den einfachen Methoden. Aber welche erfolgsversprechende Methode ist schon einfach und setz keinerlei Theorie bezüglich der Lernbiologie, und der Körpersprache des Hundes voraus? Außerdem birgt die Beschäftigung mit dem Thema den Vorteil in sich, dass die aktuellen Veröffentlichungen moderne Informationen zur Lernbiologie des Hundes sehr schön zu bündeln wissen (siehe zum Beispiel meine Meinung zu dem Buch "Clicker-Training für Welpen" von Martin Pietralla).

Ich benutze den Clicker wahrscheinlich seltener, als man vermuten mag. Doch ich halte das Ding für unverzichtbar und für ein großartiges Hilfsmittel in vielen Bereichen der Ausbildung.

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