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einsatz des signals
Es gibt viele Situationen bei der Dummyarbeit in denen es notwendig ist, dem Hund zu bedeuten, er möge tiefer ins Gelände laufen. Bricht der Hund zum Beispiel, nach dem er voran geschickt worden ist, seine gerade Linie bereits ab, obwohl er die Fallstelle noch nicht erreicht hat, wird er zunächst mit dem Stopppfiff abgestoppt. Dabei soll er sich vorzugsweise unmittelbar zu uns drehen, frontal, gerade zum Handler ausrichten und diesen anschauen, sich auf diesen konzentrieren. Mit dem Signal "Back" soll sich der Hund um 180° drehen und weiter "voran" tiefer ins Gelände laufen, bis er die nächste Anweisung von uns erhält.

Dabei ist es von Vorteil den Hund sowohl über seine rechte, als auch über seine linke Seite "Back" schicken zu können. Wird der Hund zum Beispiel mit einem auf der rechten Seite geworfenen Verleitungsdummy nach rechts von seiner geraden Linie abgelenkt und stoppen wir ihn ab, macht es Sinn den Hund nunmehr über seine dem Verleitungsdummy abgewandte, linke Seite weiter "Back" zu schicken, um ihm zu verdeutlichen, dass es für ihn nicht um das Verleitungsdummy geht.

voraussetzungen
Im Vergleich zum Voranschicken hat der Hund hier eine zusätzliche Aufgabe zu erfüllen, da er sich zunächst um 180° drehen muss, bevor er tiefer ins Gelände läuft. Daher sollte der Hund die Verhaltenskette des Voranschickens auf sichtig ausgelegte Dummies bereits relativ sicher beherrschen, ehe Sie erste Übungen für das "Back" in Ihr Training einbauen. Ihr Hund sollte also das Auslegen des Dummies ertragen können, während er ruhig wartet. Sie sollten ihn am Ansatzpunkt auf das Dummy konzentrieren können. Nach Ihrer Aufforderung sollte der Hund in gerader Linie in Richtung Dummy laufen und das grüne Ding aufnehmen. Daraufhin sollte sich Ihr Hund unmittelbar auf den Rückweg begeben und Ihnen das Dummy übergeben können.
Außerdem sollte der Hund in der Sitzposition warten können, während Sie sich ein paar Schritte von ihm entfernen.
Die Länge der Distanzen ist hier zweitrangig. Wichtiger ist, dass der Hund die Einzelteile der Handlungskette "Voran" sauber ausführen kann.

einsatz des signals

voraussetzungen

unsere ersten übungen

unsauberer trainingsaufbau

ein lösungsansatz

trainingsaufbau

rechtshänder?

unsere ersten übungen
Der folgende Videoclip zeigt Lena bei ihrem ersten Back.
Er stammt aus Lenas Trainingstagebuch ihrer ersten 6 Trainingsmonate. Direkt hier im Anschluss habe ich einen Link eingefügt, der Sie an diese Stelle im Trainingstagebuch führt. Sie sollten unbedingt den dazugehörigen Text zum Clip lesen, denn das kleine Video wimmelt von Handlingsfehlern, die ich dort beschreibe.

Bedenken Sie bitte, dass ich eine Backübung heute anders aufbaue, als Sie es in dem Videoclip sehen können. Das Video ist hier dennoch aufgeführt, um zu zeigen, welche Fehler ich in die Übung einbaute. Sie sollten also bis hierher erst einmal keine Elemente für Ihr Training übernehmen. Lesen Sie bitte zunächst weiter, um zu verstehen, welche Probleme in unserem Training auftraten, wie wir damit umgingen und wie sich durch das Erkennen dieser Probleme unsere Vorgehensweise veränderte.

Hier also zunächst unser damalige Vorgehensweise:
Lenas erstes Back (circa 1,5 MB).
Hier finden Sie die Stelle im Trainingstagebuch und den fehlererläuternden Text:
Chronologische Einordnung unserer ersten "Back" - Übung.
unsauberer trainingsaufbau
Vom 28.09. bis 30.09.2007 besuche ich mit Lena ein Dummyseminar in Marienheide mit dem Thema "Einweisen". Hier verstehe ich, wie bereits weiter oben beschrieben, dass es sinnvoll ist, wenn man den Hund sowohl über seine rechte, als auch über seine linke Seite "Back" schicken kann.
Ein Schicken nach hinten über Lenas linke Seite gelingt in dem Seminar nicht und mir wird klar, dass ich meine Kurze bis jetzt völlig unreflektiert "Back" schickte und wahrscheinlich kein einziges Mal versuchte, sie über ihre linke Seite zurück zu schicken.

Die Trainings nach dem erwähnten Seminar, bei denen ich versuche Lena mit meinem linken Arm deutlich zu zeigen, dass sie nunmehr über ihre andere Seite laufen soll, bleiben überwiegend erfolglos.
Also beschließe ich sie nicht mehr gerade zu mir auszurichten bevor ich sie schicke, sondern sie bereits in die gewünschte linke Laufrichtung zu drehen, während ich sie absitzen lasse.
Wie sehr Lena ihre Rechtsdrehung mit meiner Armbewegung bzw. mit meinem Wortkommando "Back" verknüpft hat, können Sie im folgenden Video beobachten.

Sie können in diesem und in dem nächsten kleinen Video beobachten, dass sich mein Handling leicht verändert hat. Ich führe hier die signalgebende Hand aus der Hüfte nach oben. Die kurze Berührung des Hosenbundes bevor der Arm nach oben geführt wird, soll die Ausführung standardisieren und somit zu einer besseren Wiedererkennbarkeit des Signals für den Hund führen. Ich ändere dies aber später noch einmal und wollte es an dieser Stelle der Vollständigkeit halber erwähnt haben.
Mein gesamtes, in dieser Zeit zu beobachtendes Handling gefällt mir im Übrigen aus heutiger Sicht nicht mehr. Alles wirkt hektisch, mit wenig Blick auf korrekte Ausführung aller möglichen Verhalten von Lena.

Nun also der Clip, der zeigt, dass auch ein extremes Ausrichten der Hündin in Richtung ihrer linken Seite Lena völlig unberührt lässt.

trainingsgefahr - die handlungskette wird vom hund "vorausgeahnt"
Wenn Sie versuchen ein Verhalten in einer Verhaltenskette zu korrigieren, sind Sie oftmals darauf angewiesen, den Hund die entsprechende Verhaltenskette wiederholt hintereinander ausführen zu lassen. Das kann dazu führen, dass der Hund die Verhaltenskette im Laufe des Trainings immer frühzeitiger wiedererkennt und versucht diese zu verkürzen, um schneller zum Erfolg zu gelangen.

Unterstellen Sie ihm bitte hierbei keinen Ungehorsam, denn der Hund meint alles richtig zu machen. Achten Sie vielmehr darauf, dass Sie zwischendurch Ihre Muster unterbrechen, indem Sie den Ablauf der Übung für den Hund unvorhersehbar variieren. Rufen Sie vielleicht den Hund zu sich, vergeben Sie bevor Sie den Hund schicken noch einmal ein "Sitz" oder gehen Sie noch einmal zum Hund zurück und loben ihn dafür, dass er brav gewartet hat.

Die Fähigkeit des Hundes Ihre Kommandos in Ruhe abzuwarten und dann in Aktion zu treten, hängt in weiten Teilen von einem überlegten Trainingsaufbau ab. Der einspringende Hund wartet nicht aus Bosheit nicht Ihr Kommando ab. Wahrscheinlich versucht er im Gegenteil vielmehr die Handlungskette zu verkürzen, um möglichst schnell zum Dummy zu gelangen, um möglichst schnell ein weiteres Lob von Ihnen zu erhalten.
Die Frage, ob der Hund tatsächlich vorausschaut und die Kette deshalb verkürzt oder ob es hierbei lediglich zu einer fehlerhaften Konditionierung der Handlungskette kommt, ist nicht einfach zu beurteilen. Ich vermute aber Letzteres.

Das nächste kleine Video ist ein schönes Beispiel dafür, wie schnell ein Hund eine Verhaltenskette wiedererkennt und diese verkürzt. Als Bewegungsseher nimmt er natürlich auch kleinste unserer Regungen wahr. Nur der durchdachte, umsichtige Aufbau des Trainings kann dem Hund vermitteln, welche unserer Handlungen das tatsächliche Startsignal für ihn bedeutet.

weitere suche nach lösungsansätzen
Verschiedene Varianten folgten in unserem Training, die es Lena ermöglichen sollten, den Unterschied zwischen "rechts" und "links" nachzuvollziehen.

In der folgenden Videosequenz können Sie erkennen, dass ich, Lena und das Dummy nicht mehr fluchten, sondern dass ich vor dem Schicken eher links von Lena stehe, um sie auf diese Seite zu konzentrieren. Der Erfolg bleibt aber aus. Auch ein übertriebenes Handsignal macht die Übung für Lena nicht durchsichtiger. Außerdem versuche ich einige Male Lena dicht an einen Zaun zu setzen, der ihr Drehen nach rechts erschweren soll. Doch die Kurze hätte sich mitunter lieber rechts in den Zaun eingeflochten, als über ihre linke Seite "back" zu gehen.

ein lösungsansatz
Unser Lösungsansatz kommt aus dem Agility. Eine im Agility aktive Freundin erklärt, dass in dieser Sportart das Lenken der Hunde durch den Parcours auch unter Zuhilfenahme der Schultern des Hundeführenden stattfinden würde. Die Hunde würden mit den Schultern in die gewünschte Richtung "gezogen".

Nur durch Zufall entdecke ich Wochen später bei der Durchsicht des Videomaterials, dass ich in einer Trainingssituation unbeabsichtigt meine Schulter nach rechts drehe. Lena nimmt diese Richtung unmittelbar an und verlagert ihr Gewicht entsprechend. Mir fällt das allerdings nicht weiter auf und ich erkenne dies erst jetzt, nachdem man mir die Vorgehensweise im Agility erklärt hatte.

In folgendem Clip schicke ich Lena zweimal. Beim zweiten Mal drehe ich mich bei der Vergabe des Handsignals aus purer Verzweifelung übertrieben nach rechts, um meine Armbewegung mit möglichst langem Weg ausführen zu können. Hier können Sie erkennen, wie Lena deutlich ihr Gewicht verlagert.

Wir stellen also unser Training komplett um.
Zunächst bilden ich, Lena und das ausgelegte Dummy wieder eine gerade Linie. Das Heraustreten aus der Linie, um der Hündin bereits zu Beginn der Übung zu zeigen, um welche Seite es nunmehr geht, hatte mir eh nie wirklich gefallen, da der Hund lernen soll sich in gerader Linie vom Hundeführenden zu entfernen, nachdem er sich um 180° gedreht hat. Für ein sauberes Konditionieren dieses Verhaltens erscheint es daher sinnvoll, die gerade Linie beim Trainingsaufbau möglichst beizubehalten. In der Vergangenheit hatten wir ebenfalls versucht, das Dummy versetzt hinter Lena auszulegen, also leicht nach links, wenn sie sich nach links drehen sollte und leicht nach rechts, wenn es um die andere Seite ging. Auch diese Trainingsvariante wird aus unserem Training verbannt.

Umso extremer arbeiten wir nun mit dem "Ziehen des Hundes".

Gehen wir davon aus, dass sich Lena über Ihre rechte Seite nach hinten drehen soll. Dabei nehme ich meine rechte Schulter nach hinten, verlagere gegebenenfalls mein Körpergewicht nach rechts, wobei Letzteres bei Lena nicht nötig war. Ich starte mit übertriebenen Gesten, die allesamt die Hündin auf mich zu und auf meine rechte Seite ziehen sollen. Danach erhält sie das auffordernde Wortkommando "Back" in Verbindung mit dem entsprechenden Handsignal.

zu unserem veränderten handsignal
Im folgenden Video können Sie mein aktuelles "Back" - Handzeichen beobachten.
Sie sehen hier, dass ich meinen Arm zum Schicken nicht nach oben bewege, sondern nach unten ziehe, während ich meine Schulter zurücknehme.

Zunächst war dies so eigentlich gar nicht geplant.

Entwickelt hat sich diese Armbewegung aus der Überlegung heraus, dass sich die verschiedenen Signale, der besseren Nachvollziehbarkeit für den Hund wegen, deutlich von einander unterscheiden sollten. Der erhobenen Arm beim Stopppfiff ähnelt dem erhobenen Arm beim "Back" in seiner Endposition über dem Kopf des Handlers, wenn der Arm bei diesem Kommando von unten nach oben geführt wird. Wird er Arm beim "Back" von unten noch oben geführt, bedeutet dies, dass nach dem Handzeichen beim Stopppfiff der Arm erst nach unten genommen werden muss, um ihn dann für das "Back" wieder zu heben. Es besteht die Gefahr, dass der Hund bereits das Senken des Armes zu deuten versucht und gegebenenfalls fehlinterpretiert. Außerdem fiel mir das Zurückführen der Schulter aus der Position des nach oben gehaltenen Arms heraus leichter. Ich hatte zudem den Eindruck, als sei das Handling in dieser Form flüssiger zu bewerkstelligen.

trainingsaufbau
Worauf ich heute achten würde:

Ich denke nach wie vor, dass der Hund ein "Voran" mit kurzen Distanzen, auf kurzgeschorener Wiese und sichtig ausgelegtem Dummy relativ sicher ausführen können sollte, bevor er das erste Mal mit dem "Back" konfrontiert wird.
Der Hund sollte in jedem Fall relativ sicher im "Sitz" warten können, damit relativ wenig Konzentration des Hundes und des Handlers hierauf verwendet werden muss, da immer die Gefahr besteht, dass anderenfalls Unruhe in den Trainingsablauf gerät.

Wie bereits erwähnt, bietet sich für die ersten Versuche eine kurzgeschorene Wiese an. Um direkt zu Beginn dem Hund die Aufgabe so leicht wie möglich zu gestalten, würde ich den unerfahrenen Hund mit zur Fallstelle nehmen. Man kann ihn zum Warten auffordern, sich einen weiteren Schritt entfernen und den Hund das Auslegen des Dummies beobachten lassen. Dabei finde ich es sinnvoll, das Dummy nicht an die Fallstelle zu werfen, sondern stets auszulegen, damit der Hund im Training zwischen geworfenem Dummy (Markierung) und ausgelegtem Dummy (Blind) unterscheiden lernt.

Nun entfernt sich das Team ein paar Schritte von der Fallstelle. Der Hund wird mit seinem Rücken zum Dummy abgesetzt und der Handler entfernt sich einige weitere Schritte vom Hund und nimmt eine frontale, gerade, aufrechte Position zum Hund ein. Das Dummy, die Wirbelsäule des Hundes und der Handler bilden dabei eine gerade Linie.

Der Abstand zwischen Handler und Hund ist von zweitrangiger Bedeutung. Der Abstand vom Hund zum Dummy dagegen enorm wichtig. Wenn der unerfahrene Hund sich dreht, sich also dem Dummy zuwendet, muss er aus dieser Position das Dummy bereits sehen können, damit er unmittelbar in gerader Linie darauf zu laufen wird. Anderenfalls trainieren Sie kein "Back" sondern eine Freiverlorensuche. Knien Sie sich deshalb ruhig einmal an der Stelle, an der der Hund wartet, zu ihm herunter und prüfen Sie, ob Sie das Dummy aus der Position des Hundes sehen können. Sollte dies nicht der Fall sein, ist entweder der Bewuchs zu hoch oder die Entfernung zum Dummy zu weit.

Ich starte jedes Handling in einer "Back" - Übung mit erhobenem Arm und dem Stopppfiff. Dabei macht es Sinn bereits den Arm zu heben, in dessen Richtung der Hund sich drehen soll. Wird der Hund später im Gelände gestoppt und dreht sich der Hund zum Hundeführenden, hat der Hund denselben Eindruck:
Der Hund hört den Stopppfiff, dreht sich und sieht den Handler mit erhobenem Arm. Hiermit startet auch jede Übung.

Versuchen Sie dann durch das Zurücknehmen der Schulter, gegebenenfalls durch zusätzliche Gewichtsverlagerung, den Hund in Ihre Richtung und auf die entsprechende Seite zu ziehen. Beobachten Sie dabei, ob der Hund dabei vielleicht ebenfalls sein Gewicht verlagert. Bei Lena ließ sich das leider später nicht mehr beobachten.
Schicken Sie den Hund mit der entsprechender Armbewegung und dem Wortkommando "Back"!
:-)

rechtshänder?
Wahrscheinlich gibt es eine Abhängigkeit zwischen der Tatsache, ob Sie Rechts- oder Linkshänder sind und der Lieblingsdrehrichtung Ihres Hundes.

Der Hund, der Bewegungsseher ist, registriert fortwährend Ihre körpersprachliche Kommunikation mit ihm, aber auch mit ihrem Umfeld.
Da ein Rechtshänder verständlicher Weise und meist unbewusst dabei eher seine rechte Körperhälfte einsetzt, wird der Hund ebenfalls meist "mit rechts" angewiesen.
Aus Sicht des Hundes kann dies einen gewissen Fokus auf die rechte Seite legen.

Ich bin Rechtshänder und versuche daher bewusst den Hund im Training öfter über seine linke Seite zu schicken, um einen kleinen Ausgleich zu schaffen.

Wenn´s hilft!? - Man weiß es nicht genau.
Ich wollte es nur erwähnt haben. ;-)

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