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vor dem welpeneinzug ... |
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Nach langer Suche ist, am Ende, dann doch alles ziemlich schnell gegangen. Klar war, dass es ein Labrador werden sollte. Klar war auch, dass der Hund einer Arbeitslinie entstammen sollte. Gewünscht hatte ich mir, dass der Züchter/die Züchterin nicht allzu weit entfernt wohnt, um den Wurf in den ersten acht Wochen einige Male besuchen zu können. Außerdem fand ich es wichtig, mit dem Züchter/der Züchterin "auf einer Wellenlinie zu liegen". Farbe und Geschlecht meiner zukünftigen "eigenen 4 Pfoten" waren mir nicht so wichtig, wobei ich der Farbe Schwarz eine kleine Präferenz zuschrieb.
Bei Heidrun Bolten, die zusammen mit Angelika Becker unter dem Namen "...vom Lipperoder Bruch" züchtet, passte damals alles zusammen. Und nachdem frau auch mit meiner Person einverstanden war, musste jetzt nur noch der Wurf ausreichend groß werden. Spannende Zeit! Doch da ich mich relativ spät zum ersten Mal mit der Züchterin traf, war die Wartezeit für mich so gerade noch zu ertragen, denn die Welpen sollten bereits in 6 Tagen fallen. Für ihre dreijährige Hündin Frida hatte Frau Bolten den vier Jahre alten Migthy Mason of Mountain Forest Glade ausgewählt.
Am 01.05.2006 warf Frida 6 schwarze Hündinnen und 3 schwarze Rüden. Dabei ist die nur fünfstündige Geburt wohl völlig problemlos verlaufen. Trotz des relativ großen Wurfes brachten die Welpen durchschnittlich beachtliche 450g auf die Waage und unterschieden sich bezüglich ihres Gewichtes kaum voneinander. Alles dran und an der richtigen Stelle, alle Beteiligten wohlauf und ich somit Hundehalter in spe.
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06.05.2006
Zum ersten Besuch der Welpen war ich heute in Lippstadt. Mich erwartete eine stolze Züchterin, eine stolze Hundemama, die mich beide freundlich an der Tür begrüßten und 9 Riesenmaulwürfe, die, schlafend, in der Wurfkiste, unter- und übereinander lagen.   
Als die Hündin sich dazulegte, schienen die Moppel ein kollektives Bewusstsein zu entwickeln und robbten gleichzeitig und wie auf Kommando, zum Teil in immer größer werdenden Kreisen, zum Teil in gerader Flugbahn der "Lebensmittelvergabestelle" entgegen. Die biologischen Programme, die hier offensichtlich abgespult werden und die bewirken, dass die noch tauben und blinden Welpen über Geruch und Wärme sicher ihre Auftankstationen finden, verschlagen einem wirklich die Sprache. Die Hündin, deren Gesäuge, aufgrund der Zahnlosigkeit der Welpen, noch nicht allzu sehr malträtiert wird, schien dies geradezu zu genießen, da sie immer wieder ihre Augen schloss. Nur gut, dass die Welpen nicht in meiner Wohnung liegen! Man könnte mich wohl nur mit Gewalt dazu bewegen, etwas anderes zu tun, als beobachtend vor der Wurfkiste zu sitzen.
14.05.2006 |
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 Mein zweiter Welpenbesuch. Die Kurzen sind 14 Tage alt und entwickeln sich toll, wiegen nun um 1.000g. Pünktlich haben sie begonnen die Augen zu öffnen, wie mensch unschwer auf dem ersten Foto erkennen kann. Außerdem vermuten die Welpen offensichtlich, dass Beine auch noch zu etwas anderem zu gebrauchen sind, als sich damit an die Versorgungsstelle zu schieben. Zum Hochstemmen von 500g Kopf und Brust oder 500g Hintern reicht es schon. Beides zusammen funktioniert noch nicht. |
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Die Mama macht ihren Job großartig. Sie ist vorsichtig beim Einstieg in die Wurfkiste, legt sich vorsichtig hin, streckt sich, um dem Nachwuchs möglichst viel Platz am Gesäuge zu bieten, hält alles unermüdlich sauber und, etwas, das mir besonders gut gefällt: sie bleibt an der Wurfkiste allen freundlich gegenüber, begutachtet schwanzwedelnd Fremde und die, von diesen, auf dem Arm gehaltenen, schwarzen Klopse, wirkt gelassen und stolz. Auch die Mutter der Hündin, die Oma sozusagen, schaut in die Kiste, wedelt, erwirkt ein paar Streicheleinheiten von den Herumstehenden, legt sich zu den um die Wurfkiste Sitzenden. Klasse!!
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Ach ja, nach endlosen Diskussionen mit jedem, der auch nur im Entferntesten etwas mit Hunden zu tun hat oder hatte, habe ich mich nunmehr zwischen Hündin und Rüden entschieden und suche gerade angestrengt nach einem Namen für (m)ein Mädel. |
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19.05.2006
Die Welpen laufen!! Na ja, okay, "taumeln" würde die Sache wohl eher treffen. Und es sind auch nicht alle Welpen in ihrer Motorik gleichweit entwickelt. Doch die Bewegungsintensität hat deutlich zugenommen. Reaktionen auf Geräusche sind noch nicht erkennbar und auch die Funktionalität der Augen ist schwer einschätzbar. Die Gewichtsentwicklung verläuft nach Plan, wobei sich erste Unterschiede von Welpe zu Welpe entwickeln. Die Hündin kümmert sich immer noch rührend um den Nachwuchs.
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23.05.2006
Vierter Besuch. Die Brummer stemmen sich jetzt schon in Richtung Ausstieg der Wurfkiste und ich hatte das Glück, beim ersten eigenständigen Verlassen, besagter Kiste, des ersten Welpen, dabei zu sein. Wachen Auges abgeguckt, folgte der zweite Welpe unmittelbar. Lustiges zur Entwicklung der Sinne: Rollt etwas vor einem Welpen von einer Seite zur anderen her, in unserem Fall ein Tannenzapfen, nimmt der Proband dies zwar wahr, aber zeitlich versetzt: Der Tannenzapfen rollt und passiert den Welpen, doch dieser bleibt zunächst ohne Reaktion. Ist der Zapfen wenige Zentimeter neben dem Welpen zum Stehen gekommen, beginnt auch der Welpe seinen Kopf in diese Richtung zu drehen und schlägt unbeholfen, aber mit gewisser Treffsicherheit nach dem Objekt der Begierde. Auch Geräusche wecken nun die Neugier der Kleinen, dabei zeigen sie keinerlei Angst.
01.06.2006
Inerhalb meiner Woche Urlaub haben die Kurzen ganz schön zugelegt. Leider schlafen die Welpen während meines Besuches fast ununterbrochen, erwachen kurz zur Fressenszeit mit kurzer Aktivität, um sich direkt wieder auf´s Ohr zu hauen. Doch ich unterstelle keine Bosheit. ;-) Witziger Weise habe ich vor knapp 4 Wochen ein ähnliches Foto, wie das erste hier, aufgenommen (siehe Tagebucheintrag vom 06.05.2006). Es ist schon irre, welche rasante Entwicklung die Welpen durchlaufen. |
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04.06.2006
Besuch des dritten Ausflugs der Racker in den Garten: Ich dachte, ich trau meinen Augen nicht. - Den gravierendsten Entwicklungssprung haben die Welpen wohl in den letzten 3 bis 4 Tagen gemacht. Es ist unglaublich, wie sehr sich aus den Würmern innerhalb dieser kurzen Zeit kleine "richtige" Hunde entwickelt haben. Das "säuglingsgleiche" Unbeholfene ist irgendwie abgelegt. Der Bewegungsapparat wirkt wesendlich sicherer. Links oben ist Hündin "Weiß" und rechts oben bin ich, ebenfalls mit Hündin "Weiß". Man behauptet, sie hätte mich bereits ausgesucht. Doch ich bin skeptisch. ;-)
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11.06.2006
Die Welpen sind nun bereits 6 Wochen alt und es gibt ruhigere und aufgewecktere Gemühter zu beobachten. Kleine "Chefs" zeichnen sich ab. Pünktlich zu den regelmäßigen Besuchen des Gartens ist das Wetter fantastisch. Eher zu warm. Alles ist soweit okay. Ach ja, meine zukünftige Hündin wird wohl den Rufnamen "Lena" bekommen.
16.06.2006
  Autofahrt zum Badestrand. In Dreiergruppen sind wir heute mit den Welpen am Wasser gewesen. Dabei haben alle zukünftigen Kampfschwimmer das Wasser sehr schön angenommen. "Kampfschwimmer" ist vielleicht etwas übertrieben, denn wirklich geschwommen sind die Kurzen nicht. Hinein sind sie aber alle. Der Eine etwas zögerlich, die Andere ohne Fehl und Tadel. Die souveräne Mama Frida war tolles Vorbild dabei. Am kommenden Montag wird es noch einmal spannend. Angelika Evants führt mit den Zöglingen einen Welpentest durch. Dabei haben die zukünftigen Welpenbesitzer eigentlich deutliche Favoriten und somit die Welpen mehr oder weniger untereinander aufgeteilt. Ich bin sehr gespannt, ob der Test interpretierte Vorlieben bestätigt. |
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24.06.2006
Der Welpentest von Angelika Evans bestätigte soweit die überlegungen, die die Welpenkäufer zu ihrem "Wunschhund" anstellten. Die Hündin "grün", die in Angelika Evans Augen eher weniger zur geplanten Rettungshundearbeit geeignet scheint, wechselt noch einmal, in allseitigem Einverständnis, das Herrchen und alle sind glücklich. Dass es noch eine Wurfabnahme geben würde, war mir schon bewusst. Doch ich hatte mir nicht im Ansatz Gedanken dazu gemacht, dass hier noch Probleme auftauchen könnten. Dann, heute, ein Anruf der Züchterin, nachdem ich erst einmal Luft holen musste: Bei 8 Welpen ist alles in Ordnung. Bei Nummer 9, Sie ahnen es schon, bei "meiner" Hündin, stellte sich während der Abnahme heraus, dass sie einen wahrscheinlich 10 mm großen Nabelbruch hat. Außerdem weist ihr letztes Rutenglied eine Verkrümmung auf, die eine Knickrute vermuten lässt. Eine Knickrute ist ein zuchtausschließendes Kriterium. Eine sehr spezielle Erfahrung, die mich zur überzeugung kommen lässt, dass im Grunde nichts planbar ist, auch wenn mensch Dinge noch so sehr vorbereitet. Eine Telefonodyssee mit Freunden und ärzten beginnt. Die Knickrute wird die Hündin in ihrer Motorik nicht beeinflussen, da sie, diesbezüglich günstig, am letzten Rutenglied sitzt. Man versichert mir, dass aller Wahrscheinlichkeit nach auch beim ausgewachsenen Hund der Knick nur fühlbar, nicht aber sichtbar sein wird. Die Meinungen zum Nabelbruch laufen in unterschiedliche Richtungen, was mit der Größe des Bruches zu tun hat. Unter dem Fell liegen verschiedene Schichten unterschiedlicher Gewebe, die die Eingeweide, hier den Darm, schützen. Bei einem Nabelbruch schließen sich diese Gewebe unter dem Fell nicht ganz. Es kann eine öffnung von 1 - 2 mm zurückbleiben, es sind aber auch öffnungen von 30 mm und mehr möglich. Von außen betrachtet wirkt der Bruch oftmals größer als er tatsächlich ist, da Fettgewebe durch die öffnung hervortritt und sich zwischen Haut und die darunter liegenden Gewebe schiebt. Liegt der Welpe auf dem Rücken fällt das Gewebe in die öffnung zurück und der Bruch ist fast nicht mehr sichtbar. Es besteht bei kleinen Brüchen eine gute Chance, dass sich diese verwachsen. Bei größeren sollte operiert werden, da die latente Gefahr besteht, dass sich der Darm hervordrückt und nicht in die Bauchhöhle zurückfindet. Hierdurch kann es zu einer Blutunterversorgung der betroffenen Darmregion kommen, die für den Welpen schon nach kurzer Zeit lebensbedrohlich sein kann. Durch eine relativ einfache Operation ist der Bruch schließbar. Das Möglichkeit eines Traumas beim Tierarzt oder das Risiko der Vollnarkose sind abzuwägen. Eine Entscheidung muss her!
25.06.2006
Ich bin heute noch einmal bei der Züchterin gewesen, um die Rute und den Nabelbruch anzuschauen. Alles ist so wie beschrieben. Was tun? |
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26.06.2006
Die Entscheidungen sind getroffen. Nachdem ich auch mit dem betreuenden Tierarzt des Wurfes, mit meiner Tierärztin und der Wurfabnahmeberechtigten und nicht zuletzt mit guten Freunden gesprochen habe, habe ich mich dafür entschieden, die Hündin unmittelbar operieren zu lassen. Im Umfeld der Züchterin hat Lena so die Möglichkeit, nach der Operation, noch für ein paar Tage in ihre gewohnte Umgebung, zur Mama und zu den Wurfgeschwistern zu können. Bei der Knickrute könnte es sich auch um einen Bruch handeln. Dies kann aber erst mit entsprechender Röntgenaufnahme ermittelt werden. Geplant ist diese Untersuchung im Zuge des Röntgens der Gelenke nach dem ersten Lebensjahr. Hiernach wird der Zuchtausschluss dann entweder aufgehoben oder er bleibt eben bestehen. Da aber Zucht von mir nicht im Ansatz überlegt war, ist es mir auch irgendwie egal
27.06.2006
Lena ist operiert. Alles ist soweit gut verlaufen und die Kleine ist wohl noch am selben Tag schon wieder herum gesprungen. Sie schläft jetzt in den verbleibenden Nächten im Haus, damit die Wurfgeschwister nicht an der Naht lecken oder beißen. Am Samstag werde ich Lena abholen. Trotz aller Bedenken und Schwierigkeiten, freue ich mich nun wie ein Kind auf sie. |
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