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02.07.2006
Lena ist klasse. Nach der ersten Nacht begrüßen wir uns stürmisch und kugeln gemeinsam auf dem Boden herum. Ich muss sie lediglich am Bauch berühren und sie dreht sich sofort auf den Rücken und streckt alle Viere von sich. Wenn sie schläft, kann ich kurz das Zimmer verlassen, ohne dass sie Notiz davon nimmt. Alle großen Geschäfte platzieren wir auf unserer Pinkelwiese. Nachbarn warnen mich vor zwei Hunden, die auf dem an unsere Pinkelwiese angrenzenden Grundstück leben und als, so wörtlich, unsympathisch verschrieen sind. Ich registriere die Warnung zwar, frage aber nicht weiter nach. Dann der Schock. "Wir" haben "unsere" Geschäfte am Nachmittag auf besagter Wiese gerade erledigt und sind auf dem Weg zurück zum Grundstück. Ab jetzt geschieht alles gleichzeitig. In unmittelbarer Entfernung, 8 - 10 Meter, bellt ein Hund. Ich sehe wie Lena, die sich in einem Meter Abstand zu mir befindet, die Rute unter ihren Bauch zieht und zu quieken beginnt. Ich drehe meinen Kopf in Richtung des Bellens und sehe zwei Hunde auf uns zu laufen. Ich mache vor Schreck und reflexartig alles falsch, drehe mich wieder zu Lena und greife nach ihr, obwohl sie versucht zu flüchten, nehme sie auf den Arm. Die fremden, halterlosen Hunde verharren in 5 Metern Abstand. Als ich realisiere, dass ich durch mein Verhalten der Kleinen wahrscheinlich noch mehr Angst einjage, als sie eh schon hat, setzt ich sie wieder auf den Boden. Jetzt flüchtet sie. Läuft auf den Weg zwischen Pinkelwiese und Grundstück. Eine Hecke trennt den Weg von der Pinkelwiese, so dass ich Lena nicht mehr sehen kann. Ich wende mich wieder den Hunden zu, um zu verhindern, dass sie Lena folgen. Die Beiden kommen nicht näher, also laufe ich jetzt Lena nach. Sie wartet auf dem Weg. Ich versuche möglichst ruhig zu bleiben und fordere Lena freundlich auf mir zu folgen. Einer der Hunde folgt uns mit 15 Metern Abstand und bellt erneut, kommt aber nicht näher. Auf dem Grundstück, durch ein Gartentor angekommen, läuft Lena alleine bis zur Terrasse durch, hat wieder die Rute unter dem Bauch. Was für ein Ausflug. An diesem Tag weicht die Kleine nicht mehr von meiner Seite.
03.07.2006
Es gibt einen freundlichen kleinen Hund in der Nachbarschaft, den ich schon vor Lenas Einzug kennen lernen durfte. Der ist heute zufällig auf dem Grundstück und besucht mit seinem Halter meine Vermieterin. Ich gehe also auf meine Terrasse, frage noch kurz nach, ob sich der Kleine mit Welpen versteht und rufe Lena freundlich zu mir, die den Hund bis dahin noch nicht bemerkt hatte. Und hier der zweite Schock. Als Lena den Kleinen sieht, fängt sie wieder an zu quieken und rennt zurück zur Terrasse. Der Kleine folgt ihr freundlich, doch Lena bleibt panisch. Ich trenne die Hunde und geh mit Lena ins Haus. Jetzt bin ich fertig. Wie viel habe ich kaputt gemacht? Wie sieht die nächst Hundebegegnung aus? Was für ein Horrortripp.
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04.07.2006
Eine freundliche Hundebegegnung muss her, sonst wird es schwierig!! Wir fahren heute nach Meinerzhagen und besuchen Käthe, eine Goldenhündin, die toll mit Welpen umgeht. Lena bleibt zunächst ängstlich und flüchtet im Garten 10 - 12 Meter vor dem Feind. Doch ich kann zu Käthe gehen und Lena zu mir rufen. Lena wird langsam ruhiger und nach 20 Minuten fressen die beiden Leckerchen aus einer Hand. Meine Kurze bleibt vorsichtig, doch die ganze Situation wirkt relativ entspannt. Mir fällt ein erster kleiner Stein vom Herzen.
05.07.2006
Treffen mit einem Wurfgeschwisterchen und zwei gelassenen älteren Hunden. Lena ist auch hier zu Anfang eher ängstlich, doch beruhigt sich relativ schnell und spielt nach kurzer Zeit bereits wüst mit ihrer Schwester. Sie verharrt, auch bei einer Begegnung mit einem fremden Hund am Vormittag, zieht die Rute ein und stellt die Rückenhaare hoch, doch ich kann auf die "Fremden" zugehen und Lena auffordern mitzukommen. Dann wedelt sie sogar heftig. Ich freu mich riesig und merke, dass auch ich gelassener werde und nicht hinter jeder Ecke die nächste "Bestie" vermute.
06.07.2006
Wir waren heute beim Tierarzt zum Fädenziehen. Alles ist soweit in Ordnung. Wir trauten uns sogar todesmutig in das Wartezimmer. Na ja, Lena ist schon noch beeindruckt von fremden Tieren, aber es sind deutlich Fortschritte zu erkennen. Ich bin erleichtert.
09.07.2006
Der nächste Schock. Neben der Naht des Nabelbruches entdecke ich heute eine ca. 8mm große Blase, die sich offenbar recht schell gebildet hatte. Da meine Tierarztpraxis Sonntags Notdienst hat, stell ich die Kurze vor. Das Urteil des Arztes drückt mich fast zu Boden. Ein Nabelbruch wird auf zwei Ebenen genäht. Zunächst wird die innere Bauchdecke mit einem Faden, der sich nach 3 - 4 Wochen auflöst genäht und dann die äußerste Decke, also die Haut, mit einem Faden, der ja vor zwei Tagen gezogen worden war. Der Arzt befürchtete nun, dass Lenas Körper gegen den inneren Faden Abstoßungsreaktionen zeigt. Normalerweise würde er so einen Entzündungsherd "spalten", sprich aufschneiden. In diesem Fall könne er dies aber nicht empfehlen, da das genähte Gewebe 14 Tage nach der Operation eventuell noch keine ausreichende Festigkeit gebildet hat. Sollte sich bei diesem Eingriff herausstellen, dass größere Bereiche durch die Abstoßreaktion betroffen sind, müssten im schlimmsten Fall beide Nähte wieder geöffnet und neu vernäht werden. Eine weitere Vollnarkose wäre von Nöten. Ich solle die Pocke beobachten. Diese sollte nicht viel größer werden und sich nicht öffnen. Je mehr Tage so verstreichen würden, umso verheilter würde das Gewebe sein und umso risikoloser wäre der Entzündungsherd später zu öffnen. |
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10.07.2006
Die Blase öffnet sich am Nachmittag. Ich bin am Tiefpunkt angelangt. Sehe die Kleine schon zum erneuten Mal auf dem OP - Tisch liegen. Mir tut das alles so leid für die Kleine. Was tun? Ich wende mich an meine Freundin Gabi. Vielen Dank, liebe Gabi, in diesem Zusammenhang noch einmal. Sie erzählt, dass sie schon viele Tierärzte "verschlissen" hätte, doch nun seit 4 Jahren mit ihren vier Hunden und einer Katze eine tolle Tierärztin in einer benachbarten Stadt besucht und sie dort sehr zufrieden sei. Ich versuche also noch heute einen Termin zu bekommen, was mir natürlich nicht gelingt. Erst morgen könne ich die Sprechstunde besuchen. Um den Hund nicht unversorgt zu lassen, telefoniere ich mit meiner Tierarztpraxis. Der Arzt sei außer Haus, doch man werde versuchen ihn zu erreichen. Tatsächlich ruft man mich kurz darauf zurück. Ich möge vorbei kommen. Der Arzt wolle die geöffnete Blase spülen. Spülen klingt nicht nach schneiden, also fahre ich hin. Ein Wunder eigentlich, dass Lena auf dem Behandlungstisch immer noch freudig wedelt. Nach der Spülung, die Lena relativ ruhig über sich ergehen lässt, eine erste Entwarnung. Der Arzt erklärt, er hätte mit der Spülkanüle nicht sehr weit in die Entzündungsblase eindringen können. Dies wäre ein gutes Zeichen dafür, dass der Sack der sich dort gebildet hat, nicht sehr groß sei. Ebenfalls positiv bewertete er meine Schilderung, dass die ausgetretene Flüssigkeit nicht eitrig, sondern wässrig gewesen war. So bestünde eine gute Wahrscheinlichkeit, dass die Blase ohne weitere Eingriffe abheilt. Ich solle beobachten und die Hündin am Ende der Woche noch einmal vorstellen.
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11.07.2006
Eigentlich ist ja zunächst die Sache so weit geklärt. Da ich aber vorsichtshalber einen Termin mit der neuen Tierärztin für heute vereinbart hatte und ich denke, dass eine zweite Meinung zumindest interessant sein wird, sage ich den Termin nicht ab und fahre hin. Dies sollte sich als gute Idee erweisen, denn die Tierärztin bringt endlich Ruhe und Entwarnung in die ganze Angelegenheit: Die beiden genähten Gewebeschichten lassen sich sehr schön gegeneinander verschieben. Dies bedeutet, dass die Operation gut verlaufen ist und der Heilungsprozess so fortschreitet, wie er soll. Würde die an der äußeren Gewebeschicht aufgetretene Blase tatsächlich von der inneren Naht herrühren, müsse es eine Verbindung zur inneren Naht geben. Damit würden sich die beiden Gewebeschichten nicht so leicht gegeneinander verschieben lassen. Außerdem seien Abstoßungsreaktionen eher selten und die damit verbundenen Probleme würden wesendlich später und nicht schon nach 14 Tagen auftreten. Wahrscheinlicher wäre, dass sich ein Bakterium in den Fadenkanal der gezogenen Fäden gesetzt und die Entzündung ausgelöst hätte. Die ärztin empfiehlt ein Einreiben mit Bepanten und nichts weiter. Chronologisch ist diese Vermutung ebenfalls schlüssig, da die Blase zwei Tage nach dem Fädenziehen auftrat. Ich kann meine Erleichterung kaum in Worte fassen.
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13.07.2006
Wir haben noch nicht alles durch!! Es ist, wie verhext!! Lena wird am Morgen von einem Insekt in die linke Augenbraue gestochen. Den Stich bekomme ich nicht mit. Entdecke nur, wie die Kurze innerhalb von Minuten zu Mohammed Ali mutiert. Ich vermute eine Verschwörung gegen mich und Lena ;-) und fahre erneut zur Tierärztin. Die verschreibt uns ein homöopathisches Mittel, da der Stich an keiner lebenswichtigen Region, wie Hals oder Rachen sitzt. Das Mittelchen ist fantastisch und die Schwellung, wie prognostiziert, bereits am Nachmittag kaum noch zu sehen. |
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Die ersten zwei gruseligen Wochen sind mehr oder minder bewältigt. Die Zukunft wird es zeigen. Lena und ich haben jedenfalls beschlossen, dass wir in Zukunft keine weiteren Tierarztbesuche benötigen. ;-) Unbekanntem gegenüer verhält sich Lena nach wie vor sehr vorsichtig, ist nach kurzer Annäherungsphase, mitunter zusammen mit mir und mit aufmunternden Worten von mir, freundlich, manchmal sogar frech. Wir haben schon ein paar Mal die Stadt besucht, sind im Eiskaffee gesessen, schon in verschiedenen Aufzügen gefahren, haben schon Pferde und Ziegen kennen gelernt, waren schon schwimmen. So kann es weitergehen!!
16.07.2006
Ich habe tatsächlich bei dem ganzen Durcheinander der letzten Tage nicht ein eiziges Foto von Lena geschossen. Hier also die ersten beiden Fotos nach Lenas Einzug. Sie ist hier 10 Wochen und 6 Tage alt. Lethargie ...
... und Rasanz.
19.07.2006
Der Abend mit Luis war klasse. Der Australian Shepherd fand Lena zunächst nicht so toll. Nach zwanzig Minuten war das Eis aber gebrochen. Seine Halterin Gabi erklärte kleinste Gesten der Kommunikation zwischen den beiden Hunden und erzieherische Maßnahmen seitens Luis. Besser als Kino und Bücher und Fernsehen zusammen. 

Luis fordert zum Spiel. |
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30.07.2006
Fremde Hundebegegnungen meistert Lena zunehmend gelassener. Bei großen und kleinen Menschen hatte sie eh nie ein Problem. Passt schon!! Mich würde einmal interessieren, ob die Welpenbuchautoren ihr eigenes Präge- und Sozialisierungsprogramm einmal selber ausprobiert haben. Will Mensch und Hund bis zur 12. Lebenswoche tatsächlich so viele Umwelteindrücke sammeln, wie es die Welpenschulbücher empfehlen, müsste der Tag ich weiß nicht wie viele Stunden haben. Zudem kommt noch, dass der junge Hund ein eher kleines Zeitfenster für Unternehmungen hat, um z.B. seine Gelenke zu schonen. Wir werden gelassenen, als wir merken, dass es gar nicht möglich ist, einen Welpen mehrere Male mit jedem und mit allem in Kontakt zu bringen, um ihn entsprechend zu prägen. Wir sind aber engagiert. mit Josie
06.08.2006
 mit Kühen mit Wald
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mit Wasser
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12.08.2006
Bei unserem Treffen, an diesem Tag, mit der lieben Daga Mügge, nutzen wir die Gelegenheit zur kurzen Stippvisite eines Seminars mit Jörg Brach bei Düsseldorf. Nie waren es zugleich so viele (11) Retriever wie heute. Lena bescheinigt Spielsucht und ist unermüdlich. 
im Trainingslager
18.08.2006
Der Zahnwechsel beginnt. Entdecke heute, dass Lena die zwei unteren, mittleren Schneidezähne fehlen.
20.08.2006
Das letzte Welpenfoto. 
Tolles Miniwelpentreffen in Hagen mit Anja und Lenas Schwester Feli (beide links) und mit Julia und Schwester Fly (beide in der Mitte). Lena (rechts) zeigt, wie schön sie "Sitzen und Bleiben" gelernt hat. ;-) Erst als ich ein paar Tage später das Foto für die Homepage vorbereite, stelle ich fest, das dies das letzte Welpenbild von Lena ist, da sie einen Tag nachdem ich das Foto aufnahm, ihre 16. Lebenswoche vollendete und vom Welpen zum Junghund befördert wurde. Sehr erwachsen tut sie allerdings seitdem nicht gerade. |
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Feddersen-Petersen schreibt in Ihrem Buch "Hundepsychologie", dass jeder Wissenschaftler, privat gefragt, sich einer reichen Gefühlswelt der Hunde sicher ist. Die erforschte Verhaltensbiologie dagegen und der damit verbundene, schnell gezogene Schluss der Opportunität des Hundes, lässt sachlich diskutiert nur wenig Freiraum für Begriffe wie Zuneigung oder gar Liebe der Hunde uns gegenüber. Die "private" Sicht auf Lena, durch die Brille eines Wissenschaftlers, ist mir oftmals sehr angenehm. Und meine Zuneigung braucht nicht erst erforscht zu werden und ist meiner Hündin in jedem Fall sicher. Ok, wenn Sie einem Hund gerecht werden wollen, ist ein Hund ein richtiger Job und ein Zusammenleben mit ihm strukturiert ein Leben völlig neu. Ob es jede Mühe wert ist, fragen Sie? ... was für eine Frage!!
10.09.2006
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01.10.2006 - 09.10.2006
Bei einem kurzen, freundlichen Spiel mit einem großen Hund im Park, wird Lena von diesem "überrollt". Als wir weitergehen, bemerke ich, dass die Hündin wenige Minuten vorne lahmt. Ich bin zwar beunruhigt, doch unternehme weiter nichts, da mir an ihrem Gang nichts weiter auffällt. Am Tag darauf tobt die Kurze ohne weitere Vorkommnisse erneut durch den Wald. Diesmal mit einem jungen Golden. Und humpelt danach erneut!! Die Tierärztin stellt beim Abtasten eine Zerrung im Ellbogen und in der Schulter des rechten Vorderlaufs fest. Sie erklärt, dass jede Zerrung in der Wachstumsphase eine Wachstumsstörung bedeutet. Die Skala reicht von unbedeutend bis tragisch. Gerade für die Retriever, die anfällig für Probleme mit den Ellbogen und den Hüften sind, gilt es in der Wachstumsphase solche Verletzungen zu vermeiden. Nun, ich kann dies leider nicht mehr rückgängig machen und wir müssen sehen, was daraus wird. Uns wird auferlegt, Spiel mit anderen Hunden in den nächsten Tagen zu vermeiden. Lena erhält zunächst für fünf Tage das homöopathische Traumeel.
12.10.2006
Kurze Kontrolle bei der Tierärztin. Lena wird noch einmal abgetastet. Die Tierärztin bestätigt, dass sie Lenas Ellbogen und Schulter bis in die mechanische Endlage bewegen kann, ohne dass die Hündin dagegenhält. Ein Zeichen dafür, dass die Zerrung überwunden ist. Es wird empfohlen Lena noch ein oder zwei Tage zu schonen. Im Umgang mit anderen, insbesondere größeren Hunden werden wir in Zukunft vorsichtiger sein.
15.10.2006
Direkt der Morgen gestaltet sich schon aufregend, denn auf unserer Pinkelrunde entdecken wir, womit sich ein Nachbar die Morgenstunden vertreibt. Lenas erstes Feuer!! Ob des Knisterns der trockenen Holzzäune, die da verbrannt werden, ist Lena ziemlich aufgeregt, kommt aber schnell zur Ruhe. 
Der Nachmittag ist nicht weniger aufregend. Familientreffen an der Glörtalsperre. 7 von 9 Wurfgeschwister sind aus ganz Deutschland angereist.  ... Seehunde.
 ... Lena mit Mama Frida und Oma Lina (hinten).
Toller Tag!! |
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26.10.2006
... ohne Worte
03.11.2006
Stelle Lena am Freitag, den 03.11.06, aufgrund erneut auftretenden Humpelns nach dem Ruhen und auf Anraten befreundeter Retrieverbesitzer, einer Tierärztin im Rheinland vor, die als sehr kompetent und erfahren in der Diagnostik und Therapie, nicht zuletzt in Bezug auf Retriever und mit den mit dieser Rasse verbundenen Gelenkproblemen, gilt. Die Beurteilung des Bewegungsapparates, während Lena trabt, fällt schlecht aus. Die daraufhin erstellten Röntgenaufnahmen von Lenas Ellbogen werden ihr gesamtes Leben verändern. An einem der beiden Ellbogen wird eindeutig FCP (Fragmentierter Processus Coronoideus) diagnostiziert. Das Ausmaß dieses Befundes kann ich noch gar nicht abschätzen. Ich hätte daher an den ein oder anderen von Ihnen eine große Bitte: Sollte bei Ihrem Labrador aus Arbeitslinien dieselbe Diagnose (FCP) gestellt worden sein, so melden Sie sich doch bitte bei mir. Ich würde mich freuen, Sie würden mir schreiben oder mir ihre Telefonnummer zusenden. Ich würde Sie dann zum Erfahrungsaustausch gerne zurückrufen. Meine E-Mail-Adresse lautet: oliver.menn@menschundhund.info Ihre Erfahrungen zu folgenden Themen sind dabei von besonderem Interesse:
- Goldakupunktur bei jungen Hunden.
- Konventionelle Operation versus Arthroskopie.
- Trotz FCP keine Operation.
- Medikamentöse Therapie.
- Physiotherapie.
- Verordnung von Ruhe versus Bewegung gegen die Degeneration der Muskulatur.
- Alternative Methoden.
Vor dem Hintergrund des von mir zugesagten Datenschutzes, können Sie meiner Diskretion im Zusammenhang mit Daten, Orten und/oder Namen absolut sicher sein. Im weiteren Verlauf dieses Tagebuches werde ich in jedem Fall Bericht über Lenas Krankheitsverlauf erstatten und Informationen zum Krankheitsbild bereitstellen. Vielleicht können ebenfalls Betroffene etwas für sich verwenden. Außerdem soll dies dazu beitragen, Junghundebesitzer, für den Umgang mit ihrem Hund in der kritischen Wachstumsphase, zu sensibilisieren, auch wenn, oder gerade weil, FCP nachweislich auch genetisch disponiert ist. |
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14.11.2006
Ich habe nach der ersten Diagnose und in Absprache mit der ersten Tierärztin, eine weitere Spezialistin in Kamen hinzugezogen. Sie hat ebenfalls sowohl Lena, wie auch die bereits vorhandenen Röntgenaufnahmen begutachtet. Ein weitere Tiefschlag, denn sie bestätigt nicht nur die Diagnose FCP im rechten Ellbogengelenk, sonder hält den linken Ellbogen ebenfalls für auffällig. Sollte tatsächlich auch hier ein fragmentierter Kronenfortsatz vorliegen, besteht eine gewisse Möglichkeit, dass Lena während der Belastung deshalb nicht lahmt, da sie in beiden Gelenken Schmerzen hat. Außerdem wird noch einmal darauf hingewiesen, dass Lena an der rechten Elle (Ulna) im Bereich des Gelenkes bereits eine leichte Knochenzubildung (Arthrose) gebildet hat. Man empfiehlt eine OP auf konservativem Weg, möchte aber nicht beide Gelenke gleichzeitig operieren. Es würde also zunächst nur das rechte Ellenbogengelenk operiert. Die Regenerationsphase nach der OP ist von großer Wichtigkeit für einen erfolgreichen Verlauf der Ausheilung des Eingriffs. Der operierte Hund soll somit die ersten 6 Wochen nach der OP lediglich 3 Mal am Tag zum Pinkeln ins Freie geführt und ansonsten möglichst geschont werden. Nach den ersten 6 Wochen soll der Hund erste kleine Spaziergänge zunächst an kruzer Leine, später an langer Leine unternehmen. Ein Zeitraum von insgsamt 5 bis 6 Monaten wird empfohlen, in dem der Hund, vorzugsweise unter Zuhilfenahme verschiedenen Maßnahmen der Physiotherapie, langsam wieder aufgebaut werden sollte. Die in der OP geglätteten Knochenflächen bilden in dieser Zeit natürlich kein Knochenmaterial, das den Bereich des herausoperierten Bruchstückes, bzw. der herausoperierten Bruchstücke, wieder ersetzt, sondern eine Art knorpeliges Ersatzmaterial, das lediglich die geglätteten Flächen wieder schließt. Dieser relativ lange Zeitraum ähnelt dem des Festigens und Ausbildens des Gelenkmaterials eines Junghundes bis zu seinem ca. 10. Lebensmonat. Wie ich meine hochimpulsive Retrieverhündin in gegebenem Fall einigermaßen ruhig durch diese Zeit bringen soll, ist mir völlig schleierhaft. Sollten die Gelenke tatsächlich nicht gleichzeitig operiert werden, sollte Lena also die Prozedur zweimal über sich ergehen lassen müssen, steht Lena damit im Grunde ein ganzes Jahr ihres Lebens Schonung bevor. Was für ein grauenhafter Gedanke!!
06.12.2006
Die letzen Wochen sind nicht einfach zu beschreiben. Lena erhält seit der Diagnose zweimal pro Tag Pernaton (Grünlippmuschel-Extrakt). Außerdem wurde ihr über 4 Wochen je einmal in der Woche ein Medikament (den Namen trage ich noch nach; wirkt entzündungshemmend mit guten Erfahrungen im Bereich Nebenwirkungen) aus der Rheumatherapie gespritzt. Lena zeigt keine Veränderung bezüglich ihrer Symptome. Sie läuft wie zuvor nach längeren Ruhephasen 3 bis 4 Schritte steif, vorsichtig. Danach streckt sie sich vorne und hinten und läuft dann, soweit ich dies beurteilen kann, klar. Nach 2 Wochen strenger Leinenpflicht, soll ich sie nun einmal am Tag für ein paar Minuten von der Leine lassen. Hierbei verhält sie sich völlig normal. Sie fordert natürlich in dieser Zeit intensiv Bewegung ein, bekommt auch schon einmal ihr wilden 5 Minuten. Eine Tatsache, die mir den Angstschweiß auf die Stirn treibt und die ich sofort zu unterbinden versuche. Während und direkt nach Belastung lahmt sie nicht. Grauenhafte Zeit. Die Röntgenaufnahmen sind nach Duisburg unterwegs. Ich benötige einfach noch ein paar zusätzlich Meinungen, auch wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass mir weitere Entscheidungen niemand abnehmen kann. Ich konnte ein paar Telefonnummern sammeln. Es geht um Besitzer, die FCP nicht haben operieren lassen und solche die die OP durchführen ließen. Ich werde berichten. |
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Dezember 2006
Lenas erste Hitze. In der letzten Novemberwoche wird Lena zu Beginn ihres 8. Lebensmonats zu ersten Mal heiß. Exatk 3 folgende Wochen verlaufen völlig unproblematisch. Eine leichte Scheinschwangerschaft schließt sich an. Ihre Gesäugeleiste ist leicht angeschwollen, Ihr Verhalten ändert sich augenscheinlich jedoch nicht. Alles ok.
14.12.2006
Die Begutachtung der Röntgenaufnahmen bestätigen ebenfalls einen FCP in beiden Ellenbogen. Der begutachtende Arzt spricht sich aber nicht für eine OP ohne wenn und aber aus, da Lena nach wie vor keine schwerwiegenden klinischen Symptome zeigt. Die Risiken, die eine vom Arzt, in gegebenem Fall, favorisierte Athroskopie mit sich bringt, werden hier offen diskutiert. Dies trägt zwar auf der einen Seite nicht gerade dazu bei, mir meine Entscheidung zu erleichtern, auf der anderen Seite zeigt es, dass sich der Arzt auf Lenas individuelle Krankheitsgeschichte einlässt und nicht schwarz-weiß malt. eine Tatsache, die mir gut gefällt. Weiter wird vorsichtig besprochen, zunächst nicht zu operieren und die Kleine weiterhin zu beobachten. Sollten sich auch weiterhin keine klinischen Symptome zeigen, sprich sollte Lena nicht anfangen zu humpeln, könne man das offizielle Röntgen für die Zuchtauswertung zum Anlass nehmen, die dann erstellten, zweiten Aufnahmen mit den ersten Röntgenbildern zu vergleichen, um festzustellen, wie sich die Gelenke entwickelt haben und könne eine OP neu diskutieren. Ich bleibe also ratlos. Möchte der Kleinen zwar, wenn es eben geht, die OP ersparen, ihr aber auch keinen weiteren Schaden zuführen. Was tun??
12.01.2007
Lenas Röntgenaufnahmen werden in der Uniklinik Gießen begutachtet. Der in der Retrieverszene bekannte Röntgenologe, der u.a. für die Zuchtwertauswertungen (ED / HD) für den Deutschen Retriever Club zuständig ist, bestätigt FCP beidseitig und empfiehlt eine athroskopische Operation. Meine Anmerkung, dass Lena klinisch unauffällig ist, ändert nichts an seiner Empfehlung. Er selber operiert nicht. Ich telefoniere mit der potentiellen Operateurin in Gießen. Meine Fragen bezügliche allgemeiner Prognosen bleiben gänzlich unbeantwortet. Ich versuche der Tierärztin gegenüber, mögliche Szenarien nach eventueller Operation einzuschränken. Frage also nach Prognosen bei Hunden in Lenas Alter. Nachdem die Operateurin auch hierzu eine Antwort für nicht möglich hält, bitte ich darum, mir wenigstens eine grobe Tendenz zu schildern. Die ärztin lässt sich aber zu keinerlei Prognose hinreißen. Sie erklärt, was ich mittlerweile schon so oft hörte. Schon der Verlauf jeder OP sei sehr individuell. Sie erläutert Komplikationen. Man würde zunächst per Arthroskopie die Gelenke begutachten. Beide Ellbogengelenke gleichzeitig zu operieren, sei nur möglich, wenn die Bruchstücke klein genug sind, um sie arthroskopisch entfernen zu können. Sollten die Bruchstücke zu groß sein, gibt es wiederum zwei Szenarien: Die Gelenke werden vor der Arthroskopie mit einer Flüssigkeit "aufgepumpt", um dem Arthroskopie-Instrument genügend Raum zu geben. Damit sollen ungewollte Beschädigungen des Gelenkinneren durch das Instrument verhindert werden. Ausgeschlossen sind diese Beschädigungen aber dennoch nicht. Ist nun der Innendruck des Gelenks ausreichend niedrig, würde das Gelenk konservativ aufgeschnitten, um die für die Arthroskopie zu großen Bruchstücke entfernen zu können. Ist der Innendruck des Gelenks allerdings zu hoch, würde die Aktion komplett abgebrochen und vertagt. Der Körper des Hundes baut den Druck im Gelenk innerhalb weniger Tage ab und ermöglicht so den nächsten Eingriff. Sie können sich vorstellen, dass ich nach diesem Telefonat eher verunsichert, denn beruhigt war und dass diese Ausführungen die Beantwortung meiner Frage, ob ich eine OP durchführen lassen werde, nicht gerade vereinfachten. Dazu kommt noch, dass ich beim Stöbern durch die Homepage der Uniklinik Gießen über einen Patientenaufruf stolpere, der sich u.a. an Hundebesitzer mit diagnostiziertem FCP richtet. Ich fürchte, dass eine Uniklinik in diesem Fall und in ihrem eigenen Interesse tendenziell wahrscheinlich eher zur Operation raten wird. Man verzeihe mir meine Offenheit. Ich fasse nach endlosen überlegungen den Entschluss Lena zunächst nicht operieren zu lassen. Richtig wohl fühle ich mich dennoch nicht in meiner Haut. Gäbe es relativ sichere Prognosen für das Gelingen der Operation, würden sich meine Fragen gar nicht stellen. Doch dem ist eben nicht so. Die ärzte sind sich relativ einig, dass das öffnen eines Gelenkes Arthrose bedeutet. Der FCP bedeutet höchstwahrscheinlich ebenfalls Arthrose. In letzter Konsequenz muss der Halter entscheiden, welche Vorgehensweise eine spätere und weniger ausgeprägte Arthrose bedeutet, um zu entscheiden, ob er operieren lässt oder nicht. Eine Aufgabe, die er im Grunde nicht zu leisten imstande ist, mit der er aber dennoch allein gelassen wird. Lena humpelt bis jetzt nicht. Auch ihr in meinen Augen steifes Aufstehen nach Ruhephasen hat mit tatsächlich nach Ruhephasen humpelnden Hunden nichts zu tun. Während der Belastung oder direkt nach der Belastung lahmte sie noch nie. Lasse ich sie jetzt operieren, wird sie in jedem Fall zunächst beidseitig ein Problem haben. Ob ich die hochagile Hündin vernünftig durch die 5 bis 6 Monate dauernde, für das Gelingen der OP hauptverantwortliche Schonphase führen kann und ob ich in Anbetracht Lenas ausgeprägten Bewegungsdrangs ihr dabei mehr schade denn nütze, kann mir keiner beantworten. Sollte es Komplikationen geben und die bis jetzt klinisch unauffällige Hündin beginnt nach der OP zu humpeln, drehe ich wahrscheinlich durch. Wie auch vom Klinikum Kaiserberg vorgeschlagen, werde ich Lena mit 12 Monaten noch einmal kontrollröntgen lassen. Die Aufnahmen können zu diesem Zeitpunkt für die Zuchtwertbestimmung herangezogen werden und ermöglichen eine Begutachtung der möglichen Knochenzubildung im Vergleich zu den ersten Aufnahmen der Gelenke. Lena ist dann, nach Aussage der ärzte, in gegebenem Fall für eine OP noch nicht zu alt und ihr Körper jung genug für ausreichende Regeneration und Heilung der operierten Bereiche. So grausam dies vielleicht für den einen oder anderen Leser klingen mag, wünschte ich manchmal, Lena würde humpeln, denn dann wäre mir die Entscheidung zur OP endlich genommen.
Anfang Juli 2007
Lena wird pünktlich nach ziemlich genau 6 Monaten zum zweiten Mal heiß. Alles verläuft genauso unproblematisch wie bei ihrer ersten Hitze. Eine ganz leichte Scheinschwangerschaft zeigt sich auch jetzt wieder in Form einer leicht geschwollenen Gesäugeleiste. Ihr Verhalten ändert sich in dieser Zeit nicht. Socken hortet sie das ganze Jahr über. ;-) |
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17.07.2007
Während meiner Recherchen nach potentiellen Tierärzten, mit denen andere FCP - Betroffene gute Erfahrungen gemacht haben, wird öfters eine Klinik in Bretzenheim bei Mainz genannt. Sie ist zur Zeit die einzige Klinik in Europa, die künstliche Ellenbogengelenke für Hunde implantiert. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, von künstlichen Gelenken ist Lena soweit entfernt, wie Bart Simpson von guten Schulnoten. Doch wenn eine Klinik das Thema "künstliche Ellenbogengelenke" angeht, muss der Erfahrungsschatz bezüglich dieser Gelenke enorm sein. Bei der Wahl eines potentiellen Operateurs kann die Anzahl der in der Vergangenheit durchgeführten Operationen natürlich nicht groß genug sein. Ein Arzt ist in letzter Konsequenz eben auch "nur" Handwerker und lernt bei jeder Ausübung seiner Tätigkeit dazu. Das Gespräch in Bretzenheim vermittelt mir, natürlich nur soweit ich dies beurteilen kann, Kompetenz, Sachlichkeit und wohlüberlegtes Abwägen von Vor- und Nachteilen weiterer Maßnahmen. Nach kurzer Besprechung des Krankheitsverlaufs, wird Lena abgetastet. der Arzt beschreibt leichte Druckempfindlichkeit der Ellenbogengelenke, hält ihr Gangbild eher für unauffällig und formuliert, dass er natürlich immer erst einmal ein Problem damit habe, einen eher unauffälligen Hund zu operieren, da ein Restrisiko einer Operation nicht weg zu diskutieren sei. Der Arzt bestätigt weiter eine ungeheure Anzahl an von ihm durchgeführten Operationen (mitunter mehrere in der Woche) und die damit verbundene Erfahrung. Aus dieser Erfahrung resultieren Erkenntnisse, die mir schlüssig erscheinen und für mich in gewisser Weise als Beweis für viel Erfahrung gegenzeichnen: Die Klinik ist aufwendig und modern eingerichtet, verfügt, neben der Möglichkeit zur Computertomografie in eigenen Haus, über alle notwendigen Gerätschaften für die Diagnostik und Methodik. Eben auch für Endoskopie bzw. Arthroskopie. Dennoch würde man in Bretzenheim, so erklärt man mir, die Arthroskopie bei einem FCP nicht mehr favorisieren, da die Vergangenheit gezeigt habe, dass die zu entfernenden Knochenstücke oftmals so groß seien, dass sie nicht durch den relativ kleinen Kanal des Arthroskopieinstrumentes gezogen werden können. Stellt der Operateur während des Eingriffs dies fest, würden oftmals die zu großen Bruchstücke im Gelenk zertrümmert, bis sie ausreichend klein seien und würden dann arthroskopisch entfernt. Man habe im Laufe der Zeit erkannt, dass das Trauma, das dieses Zertrümmern im Gelenk verursacht, deutlich größer ist, als die nunmehr in Bretzenheim favorisierte Methode. Man sei zur konservativen Methode zurückgekehrt. Es würde also im Vorfeld das Ausmaß des Knochenfragmentes mit Hilfe einer Computertomografie genau analysiert und damit die Bruchstücke genau lokalisiert. Somit habe der Operateur die Möglichkeit im Vorfeld zu wissen, was ihn im Gelenk erwartet, um den "Bikini - Schnitt" für die öffnung des Gelenkes präzise und so klein als möglich zu setzen, um das Entfernen des Fragmentes zeitlich auf ein Minimum begrenzen zu können. Das durch den Eingriff verursachte Trauma sei damit ebenfalls auf ein Minimum zu begrenzen, der notwendige Schnitt tendenziell eher klein und damit tendenziell schneller abheilend. Einen weiteren Zusammenhang verdeutlicht mir das Gespräch, der mir so bis jetzt nicht klar war und den ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchte: Natürlich bedeutet ein FCP, und damit auch jede andere abnormale Gelenkgeometrie, die nicht einem perfekten Zusammenwirken aller Knochen im Gelenk gleichkommt, eine vergrößerte Instabilität des Gelenkes. Nun bin ich mir der Tatsache bewusst, dass der Welpe vor jeder andauernden, monotonen Belastung der Gelenke bewahrt werden sollte. So sind 15 Minuten wildes, vom Welpen eigeninitiiertes Toben auf lokal begrenzter Wiese wesendlich weniger kritisch zu beurteilen, als 15 Minuten monotones gehen an der Leine auf geteertem Untergrund. Das Risiko der überlastung der Gelenke geht hier also von der gleichförmigen Bewegung aus. Ich hatte dies fälschlicher Weise auch auf den annähernd ausgewachsenen Hund projiziert und werde nunmehr eines Besseren belehrt: Für den Hund dessen Knochen und damit dessen Gelenke im Anschluss an die ersten 10 bis 12 Lebensmonate bereits gefestigt sind, sind andauernde, monotone Bewegungen unproblematisch. Dies gilt zunächst auch für den Hund, dessen Gelenke deformiert und damit instabil sind oder, wie im Falle eines FCP, dessen Gelenke durch lose oder entfernte Knochenstücke Instabilität aufweisen. Um diesen Instabilitäten entgegenzuwirken, gibt es im Grunde nur eine Möglichkeit: Festigung und Aufbau des Muskel- und Bänderapparates, der das schadhafte Gelenk umgibt. Damit wird nicht nur gelenkschonendes Schwimmen empfohlen, sondern eben auch Joggen mit dem Hund oder Lauftraining mit dem Hund am Fahrrad und auf weichem Untergrund. Natürlich werden die Gelenke hier belastet. Aber der aufbauende Effekt auf den stabilisierenden Muskel- und Bänderapparat wiegt hier deutlich mehr. Dies gilt natürlich nicht für die Zeit unmittelbar nach einer OP, da hier das Gelenk möglichst geschont werden muss, um die Bildung des Knorpelgewebes an den vom Operateur geglätteten Gelenksflächen nicht negativ zu beeinflussen und um zunächst entzündlichen Regionen im frisch operierten Gelenk die nötige Ruhe zur Abheilung zu bieten. Als Lena in Narkose gelegt wird, darf ich anwesend sein. In Anschluss daran werden Ellenbogen und Hüften geröntgt. Das Ergebnis beruhigt. Die beste Nachricht ist wohl die, dass Lenas Hüften ohne Befund sind. Man formuliert das Wort "großartig" und dass Lena mit diesen Hüften wahrscheinlich niemals Probleme bekommen wird, will sich aber verständlicher Weise nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da die offizielle Begutachtung für die DRC - Zuchtauswertung in Gießen ja noch bevorsteht. Eine weitere gute Nachricht ist, dass sich keine Arthrose hinzugebildet hat. Allerdings sei der Spalt, der zwischen Gelenkswalze und dem entsprechenden Gegenstück des rechten Gelenks geringfügig größer geworden. Eine unmittelbare Entscheidung zur OP sei nicht nötig, dafür wäre die Hündin klinisch nicht auffällig genug. Man empfiehlt aber sich in nächster Zeit eher dazu zu entscheiden die OP durchzuführen. Ich lasse also Kopien von den Röntgenaufnahmen anfertigen und schicke die Aufnahmen in die Uniklinik Gießen, in der die offizielle Auswertung für den DRC stattfinden wird. Die Kopien sind erforderlich, da die offiziellen Aufnahmen in das Eigentum des DRC übergehen und in Gießen archiviert werden, ich die Aufnahmen nach der Begutachtung also nicht zurück bekomme. Ich werde die Begutachtung in Gießen abwarten und habe vor, auch noch einmal mit der ärztin in Düsseldorf zu sprechen, die als Erste die Diagnose FCP stellte und sich zu diesem Zeitpunkt gegen eine OP aussprach. Ich bin, soweit dies überhaupt möglich ist, ein wenig beruhigt, denn die Untersuchung in Bretzenheim hat unsere Situation zumindest nicht drastisch verschlechtert. Vielleicht darf ich auch nicht unterschätzen, was meine Tierärztin einmal erwähnte: Bei einem ganzheitlichen Ansatz, mit dem Ziel eines positiven Verlaufs einer Erkrankung, darf eine positive Grundhaltung des Halters, auch dem Tier gegenüber, nicht unterschätzt werden. Der wissenschaftlich belegte Placeboeffekt ist Indikator für die Wichtigkeit einer positiven ergebnisorientierten Einstellung der Beteiligten. Für meine Tierärztin steht eine OP außerhalb jeder Fragestellung. |
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Anfang September 2007
Das Ergebnis war natürlich zu erwarten. Man bescheinigt Lena offiziell einen rechten Ellenbogen Grad 3 und einen linken Ellenbogen Grad 1. Eigenartiger Weise ist unter Bemerkungen der Text "FCP rechts" handschriftlich eingetragen. Eigentlich hatten alle ärzte den FCP auf beiden Seiten diagnostiziert. Auch wenn dies für unser weiteres Vorgehen sicherlich eher irrelevant ist, werde ich wohl noch einmal in Gießen nachhaken. Natürlich freue ich mich sehr darüber, dass das in Bretzenheim prognostizierte gute Ergebnis für die Hüften durch die offizielle Auswertung bestätigt wird. Lenas Hüften werden A2 eingestuft.
Es ist abgemacht: Ich lasse Lena zunächst nicht operieren. Die Prognosen sind unsicher, mitunter werden Risiken diskutierter Operationsmethoden heruntergespielt oder bleiben unerwähnt. Lena ist klinisch weiterhin unauffällig. Die Zukunft wird es zeigen. Meine Unsicherheit wird so oder so bleiben.
Anfang März 2008
Lenas dritte Hitze lässt relativ lang auf sich warten. Exakt 8 Monate sollten vergehen, bis Lena nun erneut läufig wird. Alles verläuft aber reibungslos. Noch weniger Anzeichen einer Scheinschwangerschaft, als beim letzten Mal.
18.05.2008 - 21.05.2008
Für ein paar Tage nehmen wir Luis bei uns auf. Der Austalian Shepherd ist einer der 4 Hunde meiner guten Freundin Gaby und er lernte Lena bereits kennen, als sie noch ganz jung und noch nicht lange bei mir war. Er ist hier im Tagebuch weiter oben schon einmal äußerst positiv erwähnt worden und wird es diesmal wieder. Luis gewährt uns einen kleinen Einblick, wie es wäre, einen zweiten Hund bei uns aufzunehmen: Es wäre ziemlich klasse. Ich denke aber, Lena ist noch nicht so weit und hat noch genug Flausen im Kopf, die meiner intensiven Observation und Fürsorge bedürfen. ;-)  Luis
Super klasse war´s!! Im September ist Louis wieder bei uns. Und wir freuen uns schon darauf!!
Anfang Sommer 2008
Die ersten geplanten Workingtests. Wir melden bei verschiedenen Veranstaltungen und erhalten Startplätze für den "Wasserworkingtest Vehlefanz 2008" und für den "Lünecup 2008". Außerdem ist Lena für die "Newcomer Trophy 2008 Schönsee" qualifiziert und wir melden auch dort. Für die Teilnahme an diesem Workingtest dürfen die Hunde nicht älter als 30 Monate sein. Kurz vor Beginn dieser spannenden drei Wochenenden wird Lena heiß. Das macht die doch mit Absicht!! :-(( ;-)
12.09.2008 - 16.09.2008
Lenas erster Urlaub am Meer. Wenn man sie am Strand beobachtet, könnte man vermuten, sie kann ihr Glück nicht fassen. Auf dem Foto kommt sie nach erledigter bzw. erledigender Arbeit langsam runter. ;-)  Lena mit Meer
21.09.2008 - 26.09.2008
Wie angekündigt, ist Luis wieder für ein paar Tage bei uns. Und wieder war es richtig klasse!!  Lena mit Luis
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