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"dummy - arbeit mit retrievern"
verena ommerli
Der Name Verena Ommerli steht ohne Zweifel für eine der bekanntesten Labrador - Retriever - Zuchten aus Arbeitslinien in Europa. Die Erfahrung der Autorin ist wahrscheinlich monströs und an vielen Stellen im Buch wird dies überdeutlich.
Das Buch ist jedoch mit dem Wort "Grundkurs" untertitelt und wird diesem Anspruch in meinen Augen leider nicht gerecht. Im Grunde finde ich dies wirklich schade, da ich schon einmal das Vergnügen hatte mit Frau Ommerli zu telefonieren und kaum in Worte fassen kann, mit welchem unwahrscheinlichen Enthusiasmus mir eine Flut von Informationen zum Thema Dummyarbeit entgegenschlug. Das war schon sehr beeindruckend.

Ich denke das Buch ist vor dem Hintergrund entstanden, dass viele Welpenkäufer oftmals ähnliche Fragen schildern und dass ein potentieller Welpenbesitzer für die ersten Wochen und Monate oftmals Schwierigkeiten hat, den roten Faden für die Ausbildung des kleinen Zöglings zu finden und anzuwenden. Was kann mensch wann dem kleinen Brummer zumuten, wann besteht Gefahr den Kleinen zu überfordern usw.? Hier gibt das Buch einen tollen Einstieg und bietet eine Fülle wichtiger Tipps, formuliert sehr schön Zusammenhänge, vermittelt somit viele wichtige Einblicke in die Hundepsyche während der verschiedenen Phasen der Entwicklung, um Fehler in der Erziehung zu vermeiden.

Die Schilderung eines enormen Erfahrungsschatzes und die daraus im Laufe der Jahre entwickelten Ausbildungsmethoden bezeugen zwar eine enorme Kompetenz, aber genau das wird der Autorin meines Erachtens zum Verhängnis. Es ist die berühmte Trainer - Trainee - Situation, in der der Trainer Gedankenfolgen, die ihm im Laufe der Zeit in Fleisch und Blut übergegangen sind, als so selbstverständlich erachtet, dass er versäumt diese oftmals wichtigen Grundlagen ausreichend dem Trainee zu erläutern.

Im Buch werden daher übungen mitunter unpräzise beschrieben. Es steht zu befürchten, dass zum Teil Fragen beim Lesenden offen bleiben, der versucht, sich den genauen übungsaufbau vorzustellen. Da muss sich das Buch, wie jedes andere Buch auch, eben mit anderer aktueller Literatur vergleichen lassen, die bisweilen nachvollziehbarer oder wissenschaftlich orientierter formuliert ist.

Völlig unverständlich ist mir in diesem Zusammenhang der Formulierungsversuch, der in einem kurzen Abschnitt die Begriffe operante Konditionierung, "Clicker", "Shapen" usw. zu erklären versucht. Die Schilderungen sind so knapp und unpräzise, dass sie leicht falsch verstanden werden können. Der geschilderte Zusammenhang zwischen operanter Konditionierung und "Shapen" ist Unsinn. Das die Autorin das "Schütteln" je nach Situation durchaus für eine praktikable Möglichkeit für das Einwirken auf den Hund hält, kann einen unerfahrenen Hundehandler in eine völlig falsche Richtung denken lassen. Auch die Erwähnung des Begriffes "antiautoritär", und dessen Verurteilung, wirkt auf mich populistisch und unnötig, da niemand, der in Sachen Hundeerziehung ernst genommen werden will, tatsächlich behauptet, dass antiautoritäre Hundeerziehung funktioniert. übrigens auch die Clickerleute nicht.

In den weitaus überwiegenden Teilen ein tolles Buch mit vielen Infos rund um das Retrievertraining. Für den völlig unerfahrenen Lesen in meinen Augen aufgrund der von mir geschilderten Einwände nur bedingt geeignet.

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