Der Untertitel "Ein Arbeitsbuch" erweckt den Eindruck, das Buch richte sich hauptsächlich an Personen, die bereits Probleme mit ihrem Hund haben.
Dem ist aber keineswegs so.
Es bietet detaillierte Informationen zu Themen wie Ursachen, Arten, Prävention, Einschätzung der Schwere der Aggression oder der Prognose auf Besserung. Dabei wird die Lernbiologie des Hundes intensiv, dem Thema angepasst, berücksichtigt und nachvollziehbar erklärt.
Damit bietet das Buch Ansätze, aggressives Verhalten beim eigenen Hund frühzeitig zu erkennen, einschätzen zu können und Hintergründe zu verstehen.
Es ist sachlich und anspruchsvoll formuliert und ist überwiegend gut verständlich.
Auch die vorgestellten Trainingsprogramme sind nachvollziehbar und der Autor versäumt es nicht zu erläutern, dass im Zweifelsfall bei Therapie von Aggressionsverhalten immer ein Fachmann eingeschaltet werden sollte.
Vielleicht ist dies für meinen persönlichen Geschmack nicht deutlich genug unterstrichen. Besteht doch die Gefahr, dass der unerfahrene Hundeführer Erklärtes fehlinterpretiert, beschließt ein Problem selber in die Hand zu nehmen und beim Hund mehr Schaden, denn Besserung bewirkt.
An der Qualität des Gesamteindrucks der Inhalte ändert dies aber meiner Meinung nach nichts.
Richtig ärgerlich dagegen ist das mehr oder weniger nichtssagende Inhaltverzeichnis.
Das wäre nicht weiter schlimm, wenn es ein Register oder ein Glossar gäbe. Gibt es aber nicht! Etwas bereits Gelesenes wiederzufinden, ähnelt einer Geduldsprobe.
Enttäuschend sind auch die wenigen Skizzen und Fotos.
Trotz dieses kleinen Wermutstropfens halte ich das Buch dennoch für lesenswert.