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"grunderziehung für welpen"
anton fichtlmeier
Es fällt mir nicht ganz leicht, meine Meinung über das vorliegende Buch zu Papier zu bringen. Dies liegt wohl daran, dass ich Herrn Fichtlmeier bereits zweimal live referieren hörte. Anfang September 2007 auf den Wolfswinkeler Hundetagen (45 Minuten Vortragsdauer) in Wissen und Ende Oktober 2007 in Dortmund mit einem Vortrag (ca. 3 Stunden) zum Thema "Der Hund an der Leine". Außerdem sah ich vor wenigen Wochen Fichtlmeiers Video "Der brauchbare Hund am Wasser".

Mit dem Versuch das vorliegende Buch zunächst möglichst objektiv zu beurteilen, fällt mein persönliches Urteil im Grunde richtig gut aus.

Das Buch geht weit über eine Anleitung zur Erziehung von Welpen hinaus. Vielmehr erklärt Fichtlmeier gut verständlich und nachvollziehbar, wie ein artgerechtes Zusammenleben mit dem Hund in seinen Augen auszusehen hat. Ein Team bilden in dem eindeutige übereinkünfte getroffen werden, möglichste Klarheit in der Kommunikation dem Hund gegenüber, Vertrauen schaffen und dem Hund Sicherheit bieten, sind wichtige Themengebiete, die praxisnah beschrieben und nachvollziehbar erläutert werden und dem Hundehalter sicherlich ein ganzes Hundeleben lang großartige Dienste leisten werden. Insbesondere die mehr als ausführliche Darstellung wie eng Lob und Tadel mitunter beieinander liegen müssen, damit sich der Hund auch nach einem Tadel weiterhin seiner Zugehörigkeit zum Sozialverband sicher sein kann, gefällt mir richtig gut und wird in vielen Büchern oftmals viel zu stiefmütterlich behandelt. Dabei verzettelt sich Fichtelmeier, trotz aller Hintergrundinformation, nicht in seinen Theorien, sondern bleibt in seinen Ausführungen mit Blick auf den unerfahrenen Hundehandler sehr schön praxisorientiert.

Wie oben bereits erwähnt sah ich vor wenigen Wochen Fichtlmeiers Video "Der brauchbare Hund am Wasser". Ich kann Ihnen dieses Video nur wärmstens ans Herz legen. Sie können hier einen Hundeführer beobachten, der bei allem Einfühlungsvermögen und aller Emotionalität und Souveränität so logisch nachvollziehbar mit seinen Hunden umgeht, dass es Ihnen den Atem verschlagen wird.

Dennoch komme ich nicht umher hier auch deutliche Kritik zu üben.

Die im Buch beschriebene Methode den jungen Hund mit der Leine ins Sitz zu führen, ist eine Ausbildungsmethode, die Zwang einsetzt. Mir persönlich völlig unverständlich, da ich der festen überzeugung bin, dass es ein Leichtes für Fichtlmeier wäre, dem Hund eine korrekte, parallele Sitzposition auch ohne Zwang beizubringen.
Es steht allerdings zu befürchten, das die im Buch besprochenen klaren übereinkünfte mit dem Hund in Fichtelmeiers Praxis auch in anderen Situationen mit physischer Einwirkung getroffen werden, denn im Gegensatz zu seinen Ausführungen in seinem Buch, spricht er in seinen Vorträgen mitunter eine deutlichere Sprache: " ...müsse man den Hund dann eben auch einmal in den Allerwertesten treten" oder " ...mit dem Hut eins drüberziehen".

In einer Zeit, in der sich ein Teil der oftmals immer noch als hart ausbildend deklarierten Jägerschaft beginnt, sich mit dem Clicker zu beschäftigen und vor dem Hintergrund, dass gerade ein Profi wie Fichtlmeier wissen müsste, dass solche Aussagen nur zu oft als Legitimation von Schlägen oder Tritten von völlig unerfahrenen Hundehandlern fehlinterpretiert werden, fehlt mir jedes Verständnis dafür.

Ich kann das Buch daher nur dem erfahreneren Leser empfehlen, der Meideverhalten im Zusammenhang mit der Lernbiologie des Hundes einzuordnen weiß.

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