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meine meinung

 

"von der seele des hundes"
eric h. w. aldington
Das Buch trägt ein Copyright von 1986, ist 2003 in der 11. Auflage erschienen und ist meines Wissens nach kein einziges Mal überarbeitet worden, was natürlich mit der Tatsache zusammenhängt, dass der Autor kurz nach der Fertigstellung des Manuskripts verstarb.

Natürlich hat sich der Erkenntnisstand der Ethologie in den vergangenen 20 Jahren verändert, weswegen das Buch für die moderne Auseinandersetzung mit dem Verhalten des Hundes meiner Erfahrung nach nur bedingt brauchbar ist.

Schenkt man sachlich dokumentierten wissenschaftlichen Abhandlungen jüngsten Datums Glauben, so sind viele der hier vermittelten Zusammenhänge bezüglich des Verhaltens von Hunden, aus heutiger Sicht nicht nur sehr unpräzise formuliert, sondern einfach falsch. Eine Tatsache mit eventuell fatalen Folgen, wenn der sich informieren wollende Leser nicht über das Alter des Buches informiert ist. Meiner Meinung nach hätte der Verleger die Pflicht dies deutlicher kenntlich zu machen.

Ich hab mir dennoch die Mühe gemacht das Buch vollständig zu lesen. Es ist nicht nur nicht empfehlenswert, sondern kann aufgrund der Fülle der veralterten Erkenntnisse, wenig gefestigte Ansichten eines Lesers zu Ausbildungsmethoden oder Verhalten von Hunden völlig durcheinander geraten lassen.

Wer allerdings schon immer einmal wissen wollte, welche grauenhaften Praktiken die Verhaltensforschung offensichtlich bis weit in die 80er Jahre hinein unternahm, um Verhalten zu erforschen, erhält hier Einblicke. Berichte über Aufzucht in totaler Isolation oder Dunkelheit, über Vivisektion, über Entfernung von Teilen des Hirns lebender Hunde, über Verabreichung von Alkohol, über Verabreichung von Drogen oder Antidepressiva, über "Tankhunde" usw. reihen sich hier aneinander.

Für mich war das Buch letztlich Anstoß zur Auseinandersetzung mit der Tatsache, dass viele der heutigen Erkenntnisse natürlich auf den Praktiken von damals beruhen, die uns heute den artgerechten Umgang mit Hunden, auch vor dem Hintergrund des Tierschutzes, ermöglichen. Die Tatsache, dass ich wohlmöglicher Weise den Ethologen von damals, deshalb heute eigentlich dankbar sein müsste, bewirkt ein ungutes Gefühl in meiner Magengegend.

Ich möchte noch erwähnen, dass der Autor am Ende des Buches ein noch heute gültiges, sehr schönes Plädoyer für den Hund hält, in dem es darum geht, wie positiv dieser auf Kranke und Behinderte, auf Blinde und Alte auf Gestresste und überhaupt eigentlich auf jeden wirken kann. Aus heutiger Sicht kann das Buch in meinen Augen dennoch nur noch als zeitgeschichtliches Dokument betrachtet werden. Für die moderne Arbeit mit Hunden langt es nicht mehr.

Mein Tipp: Lesen Sie das Buch einfach nicht und streicheln Sie in der so gewonnenen Zeit lieber Ihren Hund. Seinen in der Ethologie verschlissenen Vorfahren sind wir es allemal schuldig.

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